Johannes Oerding - Alles Brennt - Cover
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Johannes Oerding Alles Brennt


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie konnte das passieren? Johannes Oerding langweilt mit Schnulzen und Biedermann-Pop.

Mit „Alles brennt” legt der gebürtige westfälische Sänger und Songschreiber Johannes Oerding (33) sein mittlerweile viertes Studioalbum vor. Wenn das Gesetz der Serie Recht behält, könnte ihm damit erstmals der Sprung unter die Top 3 der deutschen Album-Charts gelingen. Auf die Gesetze des Marktes sind der Wahl-Hamburger und sein Label jedenfalls bestens vorbereitet. Denn „Alles brennt“ erscheint gleich in drei unterschiedlichen Versionen, von der 08/15-CD, bis hin zu einer limitierten Super-Deluxe-Box, die den für die Chart-Erfassung relevanten Umsatz in die Höhe treiben soll.

Aufgenommen wurde „Alles brennt“ im Strandgut Resort Sankt Peter-Ording, also in einem Hotel und nicht wie üblich in einem Studio-Komplex. Das hielt Johannes Oerding bereits bei seinem letzten Werk „Für immer ab jetzt“ (01/2013) so. Und auch das Team hinter dem Künstler ist mit Mark Smith (Cinema Bizarre, No Angels, Kate Hall) und Sven Bünger (Madsen, Yvonne Catterfeld, Anna Depenbusch) dasselbe geblieben. Auf Basis dieser Konstanten hat der 33-Jährige ein Dutzend neue Tracks eingespielt, die bis auf wenige Ausnahmen merkwürdig blass und bieder bleiben.

Beispielhaft dafür stehen Songs wie „Turbulenzen“, „So oder gar nicht“, das mit Dance-Beats unterlegte „Diese Nacht gehört uns“ oder auch der getragene Folk-Pop von „Gesucht und nichts gefunden“, die Popmusik der harmlosesten Sorte darstellen und den Hörer kaum berühren. Das ist man von Johannes Oerding eigentlich nicht gewohnt. Doch auf „Alles brennt“ hat eine latente Lethargie leider Methode. So möchte der swingende Blues „Nie wieder Alkohol“ wohl ein Augenzwinkern vermitteln, funktioniert dabei aber weder inhaltlich noch musikalisch und wäre in den Händen eines Stefan Gwildis besser aufgehoben gewesen.

Am besten gelingen Johannes Oerding noch pathetische Balladen („Heimat“, „Zweites Gesicht“, „Ich will noch nicht nach Hause“) und hymnische Titel wie „Immer wieder“ und „Plötzlich perfekt“, die dem Hörer eine Art Andreas-Bourani-Momente bescheren und damit wenigstens ein bisschen aus dem Quark kommen. Viel mehr kann „Alles brennt“ leider nicht bieten. Schade drum!

Anspieltipps:

  • Heimat
  • Immer wieder
  • Zweites Gesicht
  • Plötzlich perfekt
  • Gesucht und nichts gefunden
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