Kommando Elefant - Lass Uns Realität - Cover
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Kommando Elefant Lass Uns Realität


  • Label: Las Vegas Records
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Seltsam. Durchdacht. Gut.

Erster Gedanke zum ersten Lied von Kommando Elefant? Seltsam. Dann singen die Jungs auch noch: „Ich find dich seltsam, ich mag dich wohl gern“. Schauen wir mal, ob das auf Gegenseitigkeit beruhen kann. Zweiter Gedanke zum ersten Lied? Erinnert irgendwie (zu) stark an Deichkind. Schauen wir mal, ob das noch revidiert werden kann.

Zunächst aber weg von den Assoziationen und hin zu den Fakten, vor allem für alle, die Kommando Elefant aus Österreich bisher noch nicht kennen. Sechs Mitglieder zählt die Band aus Wien momentan, „Lass uns Realität“ ist bereits Album Nummer vier. Diese Nummer ist für die Musiker im Übrigen von großer Bedeutung. Sie checken am Flughafen ausschließlich an Schalter vier ein und betanken ihren Tourbus immer für genau 44 Euro. Womit wir uns von Fakten bereits wieder verabschiedet hätten.

Ohnehin haben Kommando Elefant ihre ganz eigene Auffassung von der Realität und auch davon, was im Leben wichtig sein kann. Hört man ihren Texten zu, könnte man meinen, sie würden sich vor allem für Partys und Blamagen (Lied 9) interessieren. Aber eben wieder nur auf den ersten Blick. Denn hinter den Zeilen stecken ernsthafte Gedanken (für eine bessere Welt) und eine gewisse Melancholie (wegen der Angst etwas zu versäumen), sowie Systemkritik (Sonne am Arsch? Seele am Arsch? Einfach eine neue kaufen). Apropos Texte: die kann man alle im Booklet nachlesen. In unserer heutigen Zeit sicherlich ein Bonus.

Und noch etwas spricht dafür, dass die Wiener mehr Ernsthaftigkeit in ihr viertes Großprojekt stecken, als man zunächst glauben möchte. Dass sie mit Komponist Matthias Jakisic, bekannt durch das Wiener Burgtheater und die Salzburger Festspiele, zusammengearbeitet haben, mag seltsam anmuten, macht sie aber irgendwie sympathisch und hebt sie von Bands wie Deichkind deutlich ab. Da ist was Eigenes. Was Gutes.

Anspieltipps:

  • Verschwende Dich
  • Es geht immer, das bisschen schlimmer
  • Mein Design fürs Leben
  • Lass uns Realität imitieren

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