The New Basement Tapes - Lost On The River - Cover
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The New Basement Tapes Lost On The River


  • Label: Harvest/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein großes Staraufgebaut zaubert aus 47 Jahre alten Texten aus der Feder von Bob Dylan ein komplettes Album.

Erst vor kurzem wurden die „Basement Tapes“ von Bob Dylan und The Band in offizieller Form und in ihrer ganzen Pracht aus der Schatzkammer gehoben. Doch der Mythos um die Aufnahmen aus dem Jahr 1967 im Keller des „Big Pink“ treibt noch immer frische Blüten. So kursieren nicht nur mehr als 100 Songs, sondern inzwischen auch nie veröffentlichte Texte aus der Feder von Bob Dylan, die er während der Sessions verfasst hat. Diese reichte Dylan an den Produzenten T Bone Burnett (Jakob Dylan, John Mellencamp, Emmylou Harris, Tony Bennett) weiter, der mit dem Text-Material das Projekt The New Basement Tapes ins Leben rief.

Als Musiker für das „The New Basement Tapes“-Projekt holte sich T Bone Burnett einige Hochkaräter ins Boot: Marcus Mumford von Mumford & Sons, Jim James von My Morning Jacket, Taylor Goldsmith von den Dawes, Rhiannon Giddens von den Carolina Chocolate Drops sowie Elvis Costello. Dazu waren Haim, Larkin Poe und Griffin Goldsmith (auch von den Dawes) als Gäste mit an Bord. Zusammen ging es für zwei Wochen in die Capitol Studios in Hollywood, wo aus den handgeschriebenen, 47 Jahre alten Texten Dylans, 20 brandneue Songs entstanden.

Somit ist „Lost On The River“ bis zu einem gewissen Grad auch ein Experiment. Denn normal ist es nicht, um fixe fremde Texte herum Musik zu komponieren. Doch mit den beteiligten Vollprofis war klar, dass ein gewisses Qualitätsniveau nicht unterschritten werden würde. Und so findet sich der Hörer alsbald in einem ruhigen Fluss aus Folk, Americana und Country wieder, der den typisch-warmen Sound aller T-Bone-Burnett-Produktionen erhalten hat. Die Protagonisten wechseln sich einträchtig mit dem Singen ab und agieren beseelt und motiviert an ihren Instrumenten, auch wenn nicht jeder Track ein Knaller ist. Doch über die Sixties-Atmosphäre machen The New Basement Tapes dieses kleine Manko locker wieder wett.

„Lost On The River“ ist kein Album, aus dem einzelne Songs großartig herausstechen. Das mag in Anbetracht der Hits, die Dylan selbst aus den ursprünglichen Sessions im Jahr 1967 herausgefiltert hat, etwas enttäuschen. Doch auch diese von den Texten und der damaligen Zeit inspirierten Neukompositionen haben ihren Reiz, auch wenn sich der Hörer vielleicht fragt, was Dylan selbst aus diesen Texten gemacht hätte.

Anspieltipps:

  • Stranger
  • Florida Key
  • Kansas City
  • Diamond ring
  • Liberty street
  • Lost on the river #12
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