BBC Radio 2 - Sounds Of The 80s: Unique Covers Of Classic Hits - Cover
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BBC Radio 2 Sounds Of The 80s: Unique Covers Of Classic Hits


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 138 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Armada von Stars singt die Hits der 80er Jahre.

Eigentlich waren die 80er Jahre doch nicht so schrecklich, wie gemeinhin behauptet wird. Okay, rückblickend schiebt sich gerne die rosarote Brille auf die Nase, doch pauschal alles zu verteufeln, wäre großer Blödsinn. Wer diese Epoche persönlich als Teenager miterlebt hat, wird heute bestimmt den einen oder anderen musikalischen Favoriten aus dieser Zeit haben, der ihm ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, wenn er im Radio läuft. Es muss ja schließlich nicht immer die „Neue Deutsche Welle“ sein. Wie wäre es deshalb mit einem Blick auf die britische Insel?

Im Mutterland des Pop wird nun der (Zitat) „größten, vielfältigsten und grellsten Dekade der Musikgeschichte“ mit einem Sampler gehuldigt, der von der BBC zusammengestellt wurde. Die Macher dahinter sind für ihre lange Sampler-Tradition der beiden Sender BBC Radio 1 und BBC Radio 2 bekannt. Wenn also jemand eine geschmackvolle Dokumentation dieser Epoche hinbekommt, dann die Damen und Herren der BBC. Für „Sounds Of The 80s“ haben sie sich zudem ein Konzept überlegt, das weit über den Standard der meisten Compilations hinausgeht. Denn jeder Track wurde exklusiv neu aufgenommen. Und zwar von den angesagtesten Künstlern der aktuellen Pop-Epoche, die sich Titel von (u.a.) New Order, Genesis, Bon Jovi, Whitney Houston, Madonna, The Rolling Stones, INXS, Dire Straits, Billy Joel, Michael Jackson, Elton John, Morrissey und Bruce Springsteen ausgesucht haben. So sind 37 Songs von 37 Künstlern auf zwei CDs zusammengekommen.

Ed Sheeran, Passenger, Birdy, Dido, Katie Melua, Amy Macdonald, Train, Kaiser Chiefs, Manic Street Preachers, London Grammar, Lisa Stansfield, James Blunt, Kylie Minogue, Olly Murs, The Pierces, The Overtones und Chrissie Hynde – das sind 17 von besagten 37 Acts, die sich die großartige Beute aus zehn Jahren Popmusik geteilt haben. Der Clou der Darbietungen besteht darin, dass die meisten Stücke auf der ersten CD in akustischen Live-Versionen eingespielt wurden. Daraus ergibt sich ein harmonisches Klangbild, als wäre der Hörer bei einem intimen Konzert zugegegen. Auf der zweiten CD geht es dann wesentlicher knackiger zu Werke, was der Abwechslung dienlich ist.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Charakterstimmen (z.B. Passenger, Katie Melua, Kylie Minogue, Ed Sheeran, Paul Heaton), die auf Anhieb erkennbar sind und für das eine oder andere Aha-Erlebnis sorgen. Hört man sich zudem an, wie die Kaiser Chiefs The Clash nachspielen, Train auf Simply Red machen, die Manic Street Preachers die Rolling Stones beschwören oder Kylie Minogue Kim Carnes nacheifert (um nur ein paar Beispiele zu nennen), dann sind hier echte Fans zu hören, die Spaß an der Sache haben und sich mit dem identifizieren können, was sie als Coverversionen darbieten.

Auf „Sound Of The 80s“ ist also fast alles perfekt. Zum Beispiel wenn die Newcomer von London Grammar eine gespenstische Version von Chris Isaaks „Wicked game“ spielen oder Will Young eine gefühlvolle Soul-Version von „Teardrops“ (Womack & Womack) abliefert. Alles hat Hand und Fuß. Das Kuriose ist, dass ausgerechnet (Ex?)-Bon-Jovi-Gitarrist Richie Sambora im Duett mit Country-Wuchtbrumme Dolly Parton den alten Bon-Jovi-Gassenhauer „Lay your hands on me“ mit fliegenden Fahnen ruiniert. Dafür haben wir James Blunt für seine spröde Tränendrüsenversion von „I guess that’s why they call ist the blues“ (Elton John) wieder lieb. Und Shane Filan, Birdy und The Pierces sowieso. Fazit: So schlimm waren die Achtziger wirklich nicht!

Anspieltipps:

  • Lucky star (Birdy)
  • Smalltown boy (Dido)
  • Teardrops (Will Young)
  • Romeo & Juliet (Passenger)
  • Holding back the years (Train)
  • Island in the stream (The Shires)
  • If I could turn back time (Christina Perri)
  • Wake me up before you go-go (The Overtones)
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