Mortis - Hollywoodpsychose - Cover
Große Ansicht

Mortis Hollywoodpsychose


  • Label: Showdown/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Raus aus dem goldenen Käfig, rein in die Hollywoodpsychose: Auf seinem Debütalbum präsentiert Mortis uns bedrückenden Rap mit sehr persönlichen Texten.

Auf den ersten Blick ist Mortis ein Newcomer im HipHop. Ist es doch sein erstes Album, das er auf den Markt schmeißt. Ganz so neu ist der junge Mann dann aber doch nicht im Geschäft, denn er macht schon länger Musik. Allerdings bestand diese bisher hauptsächlich aus Mixtapes und Singles. Erst mit der Unterschrift beim Label Showdown kam seine Karriere richtig ins Rollen. Anfang des Jahres veröffentlichte er die erste EP „Der goldene Käfig“, jetzt folgt Ende des Jahres sein Debüt „Hollywoodpsychose“. Das hat er sozusagen alleine produziert. Alle Beats und alle Texte entstammen seiner Feder, dementsprechend persönlich ist das Album. Das zeigt sich vor allem in den Texten, in denen Mortis sein bisheriges Leben reflektiert und mit seinen Gefühlen und Gedanken nicht hinterm Berg hält.

In "Einmal Sonne“ rappt er über die Schwierigkeit, mit seiner Musik Geld zu verdienen, obwohl er (noch) nicht berühmt ist. In dem Song stellt er sich auch die Frage, ob er seine Leidenschaft nicht aufgeben sollte, nur um ein geregeltes Leben und konstantes Einkommen zu haben. „Leben ist“ schwelgt in Erinnerungen an früher, als er noch jung war und sich keine Sorgen über die Zukunft, Bausparen und eine Ausbildung machen musste, da er alle Zeit der Welt hatte. „Keine/Kontrollverlust“ ist ein etwas anderer Lovesong, in dem Mortis von den Problemen und Enttäuschungen mit seinen bisherigen Beziehungen erzählt und was das aus ihm gemacht hat. „Versager“ klingt als einziger Song etwas weniger bedrückend durch die eingeschobenen „Lalala“-Backgroundvocals, er hat mehr Power, ist rebellisch und aufmüpfig. In „Letzter Strohhalm“ sehnt sich Mortis nach Veränderung und einem anderen Leben.

Insgesamt sind die Songs für Mortis gewissermaßen eine Art Therapie, um seine „Hollywoodpsychose“ zu kurieren und mit den Problemen des Alltags klarzukommen. Leider täuschen die authentischen Texte, starken Bilder und Metaphern nicht über eine gewisse Monotonie hinweg. Die Themen der Songs sind sich doch im Großen und Ganzen sehr ähnlich. Dazu kommt, dass die Beats immer sehr düster, bedrückend und melancholisch wirken. Über 13 Songs hinweg wirkt das Album dadurch sehr schwermütig und manchmal auch anstrengend. Ein gutes, solides Debutalbum ist „Hollywoodpsychose“ allemal, als Stimmungsaufheller eignet es sich aber definitiv nicht.

Anspieltipps:

  • Einmal Sonne
  • Haus & Boot
  • Eigentlich
  • Versager

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben
  • 2018    
Diskutiere über „Mortis“
comments powered by Disqus