P.O.D. - SoCal Sessions - Cover
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P.O.D. SoCal Sessions


  • Label: T-Boy Records
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Akustische Ausflüge in Reggae und melancholischen Pop.

P.O.D. sind zurück. Nicht nur haben die vier Musiker aus San Diego einen exklusiven Plattenvertrag mit T-Boy Records und Universal Music unterschrieben, auch melden sie sich direkt mit einem Akustik-Fetzen, der pünktlich zur Weihnachtszeit erscheint, unter jenem neuen Banner auf der Bildfläche zurück. Kalkül? Vielleicht ein wenig, aber ein Akustik-Album ist glücklicherweise noch kein eilig abgefertigtes Best-of, sondern zumindest ein Album, hinter dem Mühe steckt und das im besten Fall sogar richtig gut ist. Die „SoCal Sessions“ schließlich sind glücklicherweise auf der Sonnenseite. P.O.D. verlassen - wenn man so will - ihre Pfade als einer der Vorreiter des Nu-Metals, packen ihren Stuff in ein durchaus interessant klingendes Gewand und schwuppdiwupp haben sie auch schon den gewünschten Wandel mit Hilfe des Akustiksets vollzogen. Die mehrfach mit Platin, Weihrauch und Myrrhe (Fans von South Park wissen Bescheid) ausgezeichneten Christrocker machen hier übrigens ihr Akustik-Debüt - bei einer Gruppe ihres Kalibers und nach 22 Karrierejahren ist das beinahe schon ungewöhnlich.

Dabei machen P.O.D. den obligatorischen Spaziergang durch die eigene Diskographie. Selbstverständlich finden sich die üblichen Verdächtigen im neuen Gewand: „Youth Of The Nation“, „Alive“, „Will You“, aber auch vier Kompositionen des jüngsten Studiowerks „Murdered Love“ (2012), nämlich „Panic & Run“, „Higher”, „Lost In Forever,” sowie „Beautiful”, wurden bei den „SoCal Sessions“ berücksichtigt. Die zahlreichen langjährigen Fans werden sicherlich das ganz alte Material vermissen - hier liegt das übliche Problem einer Kompilation und dass eine solche es unmöglich allen recht machen kann. Gelungen sind die Songs trotz einer individuellen Vorliebe, zu welcher Schaffensphase sie denn veröffentlicht wurden, aber allemal. Die meisten Nummern sind dabei außerordentlich melancholisch ausgefallen und bieten immer wieder schöne akustische Experimente (zum Beispiel ein Akkordeon bei „Strength Of My Life“), von denen die jeweiligen Songs durchaus profitieren. Immer wieder werden die Reggae-Einflüsse P.O.D.s deutlich, in Songs wie „Panic + Run“, „Strength Of My Life“ oder „It Can't Rain Everyday“ klarer und dank des akustischen Arrangements konzentrierter denn je. Die Rap-Passagen funktionieren übrigens auch im stromlosen Korsett. Und das ist nicht unbedingt die Regel!

Generell ist „SoCal Sessions“ hauptsächlich für Fans interessant und wahrscheinlich auch eher für eine neuere Fan-Generation, welche es gerne in Kauf nimmt, dass auf dem ersten Akustik-Album der Kalifornier so gut wie kein frühes Material geboten wird. Wie immer werden Tracklists zu Zankäpfeln, Arrangements zu Platzhirschen und nicht jeder Hörer wird das Konzept mit offenen Armen empfangen. Ordentlich machen es P.O.D. aber ohne Frage und wer Interesse daran hat, was sie aus ihrem Material machen, sollte mit einigen interessanten und erfrischenden Momenten belohnt werden.

Anspieltipps:

  • Will You
  • No Ordinary Love Song
  • It Can't Rain Everyday
  • Set Your Eyes To Zion

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