Sing Meinen Song - Das Weihnachtskonzert - Cover
Große Ansicht

Sing Meinen Song Das Weihnachtskonzert


  • Label: XN-Tertainment/TONPOOL
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Höchststrafe: Weihnachten mit Sarah Connor, Sandra Nasić und Xavier Naidoo. Da können auch die übrigen Kollegen nichts mehr retten.

„Sing meinen Song” ist ein neues Musik-Show-Konzept, das im zweiten Quartal 2014 auf dem TV-Sender VOX an den Start ging und sich trotz der allwöchentlichen Fülle an Casting- und Musik-Shows erfolgreich auf dem Markt etablierte. Die Idee der TV-Show stammt ursprünglich aus den Niederlanden, wo der Sender TROS seit 2009 „The Netherlands Best Singers“ ausstrahlt. Hüben wie drüben geht es darum, dass sich sieben mehr oder weniger bekannte Sänger aus verschiedenen Genres pro Folge den Songs eines Künstlers widmen. Sechs SängerInnen tragen dann jeweils eine Coverversion des siebten Künstlers vor. Das Ganze geht solange reihum, bis jeder Künstler einmal von seinen sechs Kollegen auf eine hoffentlich ureigene Art gecovert wurde. In der ersten Staffel der deutschen Ausgabe waren dies Xavier Naidoo, Andreas Gabalier, Gregor Meyle, Roger Cicero, Sandra Nasić, Sarah Connor und Sasha.

Am Ende einer Folge kürt der jeweils gecoverte Musiker den „Star des Abends“, sprich die Coverversion, die ihm am besten gefallen hat. Dieser Song wird am nächsten Tag als digitale Single veröffentlicht. Darüber hinaus erscheint ein Album, mit den besten Coversongs einer Staffel. Der „Tauschkonzert“-Longplayer erschien in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 16. Mai 2014 und war in allen Ländern ein voller Erfolg. Allein in Deutschland wurden mehr als 200.000 Exemplare verkauft, was eine Platin-Auszeichnung für das Album bedeutete. Keine Frage, dass dieses Eisen noch etwas weiter geschmiedet werden muss, bis im nächsten Jahr die zweite Staffel von Sing meinen Song startet.

Dies geschieht mit einem Weihnachtsalbum, das pünktlich drei Wochen vor dem Fest auf den Markt kommt und tatsächlich wieder sehr gute Chancen in den Charts haben dürfte, da die Anzahl relevanter Weihnachtsalben national wie international in diesem Jahr überraschend überschaubar ist. So dürfen Xavier Naidoo, Andreas Gabalier, Gregor Meyle, Roger Cicero, Sandra Nasić, Sarah Connor und Sasha ein weiteres Mal ran und 14 ihrer persönlichen Weihnachtsliederfavoriten singen.

Das Ergebnis ist allerdings nur selten überraschend. Denn niemand anderes als Deutschlands musikalischer Wanderprediger Nummer eins, Xavier Naidoo, darf sich an ein Heiligtum wie „Hallelujah“ heranwagen und dieses erwartungsgemäß mit viel Soul und Pathos einsingen. Roger Cicero taucht „Santa Claus is coming to town“ in einen Swing- und Jazz-Stil, genau wie es Sasha mit „White Christmas” macht, während Sarah Connor „The christmas song“ absolut keimfrei zum Besten gibt und Sandra Nasić aus dem heuer 30 Jahre alte gewordenen Wham!-Klassiker „Last christmas“ eine mehr als gewöhnungsbedürftige Electro-Pop/Dubstep-Nummer macht. Damit ist der erste Wurf durch und das Schauspiel wiederholt sich in ähnlicher Reihenfolge noch einmal.

Roger Cicero gibt den Crooner („This christmas“), Andreas Gabalier den Alpen-Rocker („Rocking around the christmas tree”), Gregor Meyle den Soul-Meister („Stille Nacht, heilige Nacht”), Sandra Nasić macht auf Kate Bush („December will be magic again“) und Sasha wandelt „All I want for christmas“ in einen Reggae um, bevor Sarah Connor („Have yourself a merry little christmas“) und Xavier Naidoo („Still, still, still“) wieder auf schrecklichste Art und Weise die Pathos-Keule schwingen. Mehr Unglaubwürdigkeit und Affektiertheit in der Stimme geht wirklich nicht! Doch all das war im Großen und Ganzen so zu erwarten: Kaum Überraschungen, viel Routine und mit Sandra Nasić, Sarah Connor und Xavier Naidoo drei Totalausfälle, auf einem insgesamt sehr mauen Weihnachtsalbum, das mächtig an der Adventsstimmung kratzt.

Anspieltipps:

  • White Christmas
  • All I want for christmas
  • Stille Nacht, heilige Nacht
  • Santa Claus is coming to town
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Sing Meinen Song“
comments powered by Disqus