Swiss & Die Andern - Grosse Freiheit - Cover
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Swiss & Die Andern Grosse Freiheit


  • Label: Missglückte Welt/SOULFOOD
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Naiv und stets zwischen Hochs und Tiefs wechselnd, gibt ein Rapper sich als Punk.

Was ist eigentlich Punkrock? Kann das in heutigen Zeiten noch genau geklärt werden? Dass ein Rapper aus Hamburg sich selbst als Punk bezeichnet, ist seit dem HipHop der 80er-Jahre zwar absolut nachvollziehbar, doch ein wenig falsch fühlt sich diese Bezeichnung trotzdem immer noch an. Nicht jeder kann wie die Beastie Boys klingen. Dass Sizarr das auch nicht wirklich kann, wissen Kenner bereits. Wer Swiss aus Hamburg noch nicht entdeckt hat, kann zum Auftakt des Openers noch mit den Augen rollen. Kopie und keine eigenen Ideen von noch so einem Möchtegern-Rapper. Warum es trotzdem Gründe gibt, den Sänger und seine Andern ins Herz zu schließen, wird im rockenden Mitmach-Refrain gleich geklärt.

Mal wirft der oft simpel, aber auch unverstellt klingende Rapper mit einfachen Hooklines in „Der Scheiss Is' Live“ und „Grosse Freiheit“ um sich, um danach im Stile Kraftklubs mit mehr Sprechen als Gesang und viel Rock zu überzeugen (z.B. in „Fick Dich“). Dabei sind die Texte nie auf ganz hohem Niveau, haben jedoch immer klare Botschaften, die nicht bloß auf Straßengehabe aus sind, wie Skits wie „Seemann“ vielleicht befürchten lassen. Wenn Swiss in „Punkah Aus Sri Lanka“ völlig aus sich geht, dann ist nicht mit viel Tiefe zu rechnen. Die Unterhaltung überwiegt jedoch in positiver Weise.

Wie ein Spiegelbild präsentieren sich dagegen die ruhigeren Momente des Albums. Die Ode an die Mutter in „Herz Aus Gold“ und „Vermisse Dich“ ragen mit einer Mischung aus einfacher Alltagssprache und gekonnter Poesie heraus. Dazu kommt mit der überlegten Hymne „Für Dich Kämpfen“ ein mit Joachim Witt vorgetragener Höhepunkt des Albums. „Grosse Freiheit“ ist ganz gewiss nicht frei von Fehlern. Pathetisches Füllmaterial findet sich auch auf der neuesten Scheibe, doch wie so oft kann Swiss mit seinen Höhepunkten die Ausrutscher aufwiegen.

Eine „Generation Tablette“ und die bereits beschriebenen Stärken gibt man so schnell nicht wieder her, wohingegen „Miau“ und „Asche Zu Staub“ schlichtweg aus der Erinnerung gestrichen werden können. Das sollte Swiss nicht krumm genommen werden, wenn er weiterhin einfach nur er selbst bleibt. Mit oder ohne Goldene Schallplatte.

Anspieltipps:

  • Punkah Auf Sri Lanka
  • Punk Zurück
  • Generation Tablette

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