Katzenjammer - Rockland - Cover
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Katzenjammer Rockland


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Lange hat es gedauert, jetzt ist es endlich da: Das dritte Album der vier Norwegerinnen.

Die norwegische Frauenband Katzenjammer ist inzwischen seit zehn Jahren aktiv und wurde schnell nach ihrem Indie-Debüt „Le Pop“ (08/2009) zu einem Thema für die großen Labels. So erschien bereits ihr zweites Album „A Kiss Before You Go“ über Universal Music. Es wurde zu einem internationalen Hit, wobei sich insbesondere das deutsche Publikum sehr erfreut über die Musik der vier Damen zeigte und „A Kiss Before You Go“ (09/2011) bis auf Platz 7 der Charts kaufte. Inzwischen hat das Werk in Deutschland fast 200.000 Käufer gefunden. Damit steht es kurz vor einer Platin-Auszeichnung. Kein Wunder also, dass der im Mai 2012 veröffentlichte Live-Longplayer ausgerechnet in Hamburg aufgezeichnet wurde.

Erfolg bedeutet aber nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch Druck. Vor allem dann, wenn man bei einem Majorlabel unter Vertrag steht, das Ergebnisse sehen will. Deshalb ist die lange Pause zwischen dem zweiten Studioalbum und dem neuen Werk „Rockland“ durchaus ungewöhnlich. Begründen lässt sich diese Zeit unter Umständen damit, dass Anne Marit Bergheim, Turid Jörgensen, Marianne Sveen und Solveig Heilo inzwischen zu „richtigen“ Songschreiberinnen avanciert sind, die immer weniger auf die Hilfe Dritter angewiesen sind. Die Musikerinnen bereisten die Welt und sammelten u.a. in Nashville und London Inspirationen. Zudem zeigte sich das Quartett alles andere als tatenlos und schrieb in den vergangenen Jahren mehr als 80 neue Songs, von denen elf auf „Rockland“ gelandet sind.

Der australische Produzent und Toningenieur Victor Van Vugt (Depeche Mode, Athlete, Nick Cave, Beth Orton) war letztendlich derjenige, der die Band an die Hand nahm und im Studio führte. Dabei kristallisierte sich ein Popalbum heraus, das deutliche Anleihen aus der Country Music bezieht, womit sich die Besuche in den Mutterstädten der Pop- (London) und Country-Musik (Nashville) auf wundersame Weise in den Songs vereinen. Die Band zeigt sich relaxt („Driving after you“), fröhlich („My own tune“) und extrem eingängig („Shine like neon rays“).

Das Ganze muss sich der Hörer in eine satte Mainstream-Produktion eingebunden vorstellen, die das ungestüme und wilde Live-Element der Band schluckt, dafür aber den Weg ins Radio ebnet. Das wiederum mag einigen Fans des Frühwerks vermutlich zu glatt sein. Doch es ist das Zugeständnis und der Kompromiss, wenn man einen Vertrag bei einem Major unterschrieben hat. Auf dieser Grundlage ist den Norwegerinnen ein mehr als nur solides Album gelungen, das nicht den Anspruch hat, neue Dimensionen in der Singer/Songwriter-Sparte anzustreben, sondern einfach nur mit guter Popmusik unterhalten will. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • My dear
  • Lady Grey
  • My own tune
  • Flash in the dark
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