Enter Shikari - The Mindsweep - Cover
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Enter Shikari The Mindsweep


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach drei Jahren melden sich Enter Shikari mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Kombi aus Elektro-, HipHop- und Metal-Einflüssen zurück. Die Jungs verstehen ihr Handwerk, erfinden sich aber nicht neu.

Man nehme eine Dosis Metal, gebe dazu eine Prise elektronischer Musik, würze das Ganze mit etwas Autotune und packe es in einen Mixer. Heraus kommt ein Cocktail namens Trancecore, der Anfang der Nullerjahre einen Internethype auslöste. Verbunden war dieser Hype vor allem mit der britischen Band Enter Shikari. Über MySpace konnte die Band viele Fans um sich scharen, die Gefallen an dem sehr experimentellen Mix hatten. Der Hype ist mittlerweile zwar abgeflaut, doch die vier Briten konnten sich etablieren und ihrer Fanbase immer neue Mitglieder hinzufügen.

Fast haargenau drei Jahre nach der letzten Scheibe „A Flash Food Of Colour kommt jetzt der vierte Longplayer „The Mindsweep“ raus. Und auch hier gibt es den typischen Enter Shikari-Sound. Das zeigt schon der epische Opener „The Appeal & The Mindsweep I“, der langsam mit elektronischen Klängen anfängt. Nachdem der Sprechgesang eingesetzt hat, steigert sich der Song langsam. Nach zwei Minuten bricht der Song in ein Geballer aus Schlagzeug, Gitarren und Synthesizer aus, zu dem sich das Geschrei von Sänger Rou Reynolds gesellt. Darauf folgt mit „The One True Colour“ ein weiterer starker Song, der direkt nach vorne pusht und in dem die elektronischen Klänge nur in den ruhigen Passagen klar zu hören sind. Dazu kommt der Wechsel zwischen cleanem Gesang und Screams, wodurch der Song zu einem einzigen Auf und Ab wird. „Anaesthetist“ ist dann wieder total dominiert von elektronischen Klängen. In der Strophe bekommt man hier HipHop mit düsteren Synthesizer-Klängen, im Refrain hingegen donnernden Metalcore mit knallenden Drums. Mit „The Last Garrison“ sinkt das Niveau dann aber schon leicht. Der Song beginnt nach kurzem Intro sehr aggressiv und der Sänger knallt dem Hörer die Zeile „Can you hear the war-cry?“ entgegen. Die Strophe macht Spaß, allerdings nimmt der Refrain das Tempo wieder raus und klingt dadurch langgezogen und leider ein bisschen einfallslos.

Danach kommt jedoch nicht mehr viel wirklich Innovatives. Die Songstrukturen wiederholen sich, es gibt immer wieder viele Tempowechsel, mal getragen von Gitarre, Bass und Schlagzeug, dann wieder dominiert durch den Synthesizer, und das alles in dunklen Klängen. Mit „There’s A Price On Your Head“ kommt gegen Ende des Albums ein Song, der mehr nach Krach klingt und bei dem scheinbar einfach nur auf alle Instrumente draufgehauen und dazu geschrien wird. Mit „Dear Future Historians…“ folgt am Ende noch eine scheinbar endlose Ballade von mehr als sechs Minuten, die hintenheraus zwar nochmal Gas gibt, aber insgesamt irgendwie nicht zu den restlichen Songs passt.

Im Endeffekt liefern Enter Shikari mit „The Mindsweep“ das ab, was sie können: Eine Mischung aus Elektro und Metal mit vielen Tempowechseln. Mit diesem Mix werden sie sicherlich weiterhin die Massen spalten. Und zugegeben, die Songs brauchen auch ein bisschen, um zu zünden, denn der Sound ist echt ungewöhnlich. Lässt man sich aber darauf ein, bekommt man vor allem in der ersten Hälfte ein energiegeladenes Album, das am Ende leider etwas absäuft.

Anspieltipps:

  • The Appeal & The Mindsweep I
  • The One True Colour
  • Anaesthetist
  • The Last Garrison

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