Melissa Etheridge - This Is M.E. - Cover
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Melissa Etheridge This Is M.E.


  • Label: SPV Recordings
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Melissa Etheridge wagt sich so deutlich in Richtung Popmusik vor wie noch nie.

Melissa Etheridge (53) kam schon als Kind intensiv mit Musik in Berührung. Sie lernte schnell Instrumente zu spielen und trat mit 13 Jahren das erste Mal vor Publikum auf. 1988 veröffentlichte sie im Alter von 27 Jahren ihr Debütalbum und fiel mit ihrer rauen Stimme auf, die ihr den Beinamen „weiblicher Bruce Springsteen“ einbrachte. Mit ihrer kraftvollen Musik zwischen Blues, Rock und Folk erntete sie in der Folgezeit die Gunst des Publikums, landete diverse Singlehits und verkaufte von ihren Alben weltweit annähernd 30 Millionen Einheiten.

Mit ihrem 12. Studioalbum „This Is M.E.” geht die Amerikanerin nun neue Wege. Sie veröffentlicht das Werk auf ihrem eigenen Label MLE Music, das wiederum Vertriebslizenzen an andere Labels vergibt (in Deutschland ist es zum Beispiel SPV Recordings). Damit sichert sich die 53-Jährige maximale künstlerische Freiheit sowie ein größeres Stück vom Umsatzkuchen. Ohne den Vorschuss einer großen Plattenfirma, ist das finanzielle Risiko allerdings auch höher. Umso überraschender ist deshalb die Tatsache, dass Melissa Etheridge auf „This Is M.E.” in bester Major-Manier ein paar richtige Dicke-Hose-Kollaborationen an Land gezogen hat.

Mit den Songwritern und Produzenten Jerrod Bettis (Adele, OneRepublic, Gavin DeGraw), Jon Levine (Nelly Furtado, K’Naan, Selena Gomez), Jerry Wonda (Shakira, Mary J. Blige, Akon) und RoccStar (Usher, Chris Brown, Rihanna) konnte eine äußerst namhafte Liste kreativer Köpfe zusammengestellt werden, die Melissa Etheridges Trademark-Sound zwischen Pop und Rock neuen Drive verpassen sollte, nachdem der Vorgänger „4th Street Feeling“ (08/2012) zwischen Blues und Country changierte. Und siehe da, schon mit dem Opener „I won’t be alone tonight“ zeigt sich die Amerikanerin poppig und eingängig wie lange nicht mehr.

Daran knüpfen auch die folgenden Songs an, wobei Melissa Etheridge mit ihren in der Popmusik verorteten Songwriter-Kollegen durchaus ein Wagnis eingeht. Denn Titel wie „A little hard hearted“ oder auch „Do it again“ suchen sehr deutlich den Weg ins Radio und nehmen dabei wenig Rücksicht auf die musikalische Vergangenheit der Sängerin und Songschreiberin. Lediglich Titel wie „Monster“ oder auch „Ain’t that bad“ versprühen die alte Urwüchsigkeit des Bluesrock, während Tracks wie „All the way home“, „Stranger road“ oder auch „A little bit of me“ mit einem latenten Pop-Einschlag verwässert werden. Wirklich schlecht ist das freilich nicht, aber gewöhnungsbedürftig.

Mit dem finalen „Who are you waiting for“ bietet das vorliegende Album dennoch einen versöhnlichen Abschluss. Das Stück komponierte Melissa Etheridge anlässlich ihrer Hochzeit mit Linda Wallem und stellt damit einen sehr persönlichen und musikalisch sehr hymnischen Song dar, der zu den besten Momenten von „This Is M.E.” zählt.

Anspieltipps:

  • Ain’t that bad
  • Like a preacher
  • All the way home
  • I won’t be alone tonight
  • Who are you waiting for
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