Sleater-Kinney - No Cities To Love - Cover
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Sleater-Kinney No Cities To Love


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sleater-Kinney melden sich nach zehn Jahren Auszeit zurück und fast klingt es so, als sei die Zeit stehengeblieben.

Sleater-Kinney sind wieder zurück! Nachdem im vergangenen Jahr mit „Start Together // 1994-2006“ (10/2014) ein opulentes, sieben Vinyl-Scheiben umfassendes Box-Set mit allen zwischen 1995 und 2005 auf den Markt gebrachten Longplayern veröffentlicht wurde (liebe Klugscheißer: die Jahreszahlen im Titel der Box beziehen sich auf das Gründungs- und zwischenzeitliche Auflösungsdatum der Girl-Band), erscheint dieser Tage tatsächlich ein nagelneues Studioalbum von Janet Weiss (Drums), Corin Tucker (Gesang, Gitarre) und Carrie Brownstein (Gesang, Gitarre). Das erste seit „The Woods“ (05/2005) und ganz sicher eines der unerwarteten Comebacks des noch jungen Musikjahres.

Als Sleater-Kinney vor mehr als 20 Jahren ihre Karriere begannen, ging das Grunge- und Alternative-Rock-Fieber um die Welt und rockende Frauen wie Liz Phair, L7, Courtney Love oder auch Sleater-Kinney wurden in die Riot-Grrrl-Schublade gesteckt. Um bescheuerte Kategorisierungen war die Musikbranche eben noch nie verlegen. Doch auch wenn es heuer solche Schubladen nicht mehr braucht, stellt sich durchaus die Frage, ob Sleater-Kinney auf „No Cities To Love“ zu ihren kompromisslosen Wurzeln zurückkehren können oder in Schönheit sterben werden.

Für ersteres ist schon einmal gut, dass mit dem 47-jährigen John Goodmanson (Blondie, Death Cab For Cutie, Hanson, Nada Surf) jemand ins Team zurückkehrte, der schon die Sleater-Kinney-Werke „Dig Me Out“ (1997), „All Hands On The Bad One“ (2000) und „One Beat“ (2002) produziert hat. Er betreute jetzt auch das neue, zwischen Januar und Mai 2014 in San Francicso, Portland und Seattle aufgenommene Album, mit dem Sleater-Kinney nicht zwingend an die Vergangenheit anknüpfen, sondern lieber etwas Neues erfinden möchten.

Unterm Strich ist irgendetwas zwischen beiden Welten auf „No Cities To Love“ dabei herausgekommen. Auf der einen Seite haben sich die drei Damen von Sleater-Kinney ihren markant-kratzbürstigen Sound bewahrt („Price tag“), der zeitweise nicht schräg genug sein kann („Gimme love“), während auf der anderen Seite poppige Melodien durchscheinen („No cities to love“), die in den Neunzigern echtes Chart-Potenzial gehabt hätten („Hey darling“). Im Jahr 2015 mag das unter Umständen etwas komisch klingen, doch irgendwie nimmt einen der betont raue Charme Sleater-Kinneys auch heute noch ein, selbst wenn er nicht mehr so fesselnd ist, wie vor 15 Jahren.

Anspieltipps:

  • Fade
  • Price tag
  • Hey darling
  • No cities to love
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