Maximilian Hecker - Spellbound Scenes Of My Cure - Cover
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Maximilian Hecker Spellbound Scenes Of My Cure


  • Label: Eat The Beat Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
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Wunderbare Melancholie aus Deutschland, die auf Albumlänge scheitert.

Reduziert zu musizieren ist eine Kunst, an der sich schon viele Musiker die Zähne ausgebissen haben. Zu schmal ist der Grat zwischen Belanglosigkeit und Atmosphäre, zwischen uninspiriert und intensiv. Vor allem hierzulande sucht man Künstler, die ihre Faszination vor allem aus ihrer zurückhaltenden Art beziehen, weitestgehend vergebens.

Maximilian Hecker bildet da eine erfreuliche Ausnahme. Mit seiner ruhigen und emotionalen Musik schaffte es der heute 37-Jährige sogar schon auf die Bühnen Chinas und veröffentlicht mit „Spellbound Scenes Of My Cure“ sein erstes Album seit drei Jahren. Dabei gibt es generell zwei Möglichkeiten, sich der Platte zu nähern: Song für Song oder als Gesamtkunstwerk. Zumindest die erste funktioniert hervorragend.

Es sind diese kleinen melancholischen, traurigen Momente, in denen sich die Stimmung durch einen besonders emotionalen Song aufhellen lässt. Genau hier sind Heckers Stärken allgegenwärtig. Songs wie „Love Hotel Hill“ oder „Gangnam Misery“ gehen mit reduzierter Instrumentierung und wohlig warmer Gesangsstimme direkt in die Seele und helfen, den einen oder anderen Herzschmerz zu bekämpfen. Wunderbar.

Als Ganzes stößt „Spellbound Scenes Of My Cure“ dann jedoch schnell an seine kreativen Grenzen. Zu eintönig gestalten sich die songwriterischen Ideen Heckers, wirkliche musikalische Abwechslung bietet das Album zu keiner Zeit. Das mögen Fans nicht schlimm finden, jedoch hätte man einer melancholischen Grundstimmung durchaus mit größerer musikalischer Bandbreite begegnen können. Ruhiges Klavier, ruhige Gitarre und ruhiger Gesang bilden zusammen dann doch das immer gleiche Stilmittel.

So bleibt am Ende ein sehr ordentliches Album, das seine Stärken eher in kurzfristiger Trösterei denn in langfristiger Faszination hat. Schlimm ist das nicht wirklich: Wer wünscht sich nicht ab und an einen intimen Song, der einen für drei Minuten an die Hand nimmt und einem sagt: „Alles gar nicht so schlimm“? Und das sagt hierzulande kaum jemand schöner als Maximilian Hecker.

Anspieltipps:

  • Love Hotel Hill
  • Gangnam Misery
  • Kastrup

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