Ewig - Indianerehrenwort - Cover
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Ewig Indianerehrenwort


  • Label: One Two Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch auf Album Nummer zwei liefern Ewig mehr als nur soliden Deutsch-Pop ab.

Anfang 2012 gründeten Ex-Pop-Sternchen Jeanette Biedermann (Gesang), Jörg Weißelberg (Gitarre) und Christian Bömkes (Bass) die Band Ewig. Mit ihrem im August desselben Jahres veröffentlichten Debüt „Wir Sind Ewig“ landete das Trio mit Platz 44 einen Achtungserfolg in den deutschen Album-Charts. Alle 13 Stücke des Debüts wurden im Alleingang geschrieben, eingespielt und auf Deutsch getextet. Damit war von Anfang der Verdacht entkräftet, dass es sich bei Ewig um ein Produkt aus der Retorte handeln könnte. Doch Nicht-Retorte hin oder her, „Wir Sind Ewig“ ließ künstlerisch trotzdem noch jede Menge Luft nach oben, sodass mit dem nun erscheinenden Zweitwerk „Indianerehrenwort“ richtig Boden gutgemacht werden kann.

Wiederum haben es 13 Tracks auf die Platte geschafft. Die Lyrics sind erneut komplett in deutsche Sprache getextet und der Sound ist eingängig und gefällig. Im Vergleich zum Vorgänger geht es auf „Indianerehrenwort“ allerdings ruhiger und versonnener zu. Hier und da sind gar Folk-Einflüsse herauszuhören und Texte wie in „So laut ich kann“ fallen ungewöhnlich persönlich und tiefgängig aus. Ewig haben sich weiterentwickelt, keine Frage. Ein Durchstarter-Thema für die Charts wird das Trio aber wohl auch 2015 nicht werden, selbst wenn die Band dem Hörer ihr „Indianerehrenwort“ gibt.

Gleich zu Beginn in „Kraftwerk“ steht Jeanettes Stimme beeindruckend im Mittelpunkt eines rockigen Stücks, das als Opener maßgeschneidert ist. Weniger schön sind dagegen die Background Vocals der beiden Herren, die versteckt im Hintergrund wie tollwütige Hunde bellen. Der folgende Titeltrack sowie „Wahre Helden“ bestechen beide durch treibende Rhythmen und hymnische Refrains, wobei „Wahre Helden“ Parallelen zu Nenas „Liebe ist“ aufweist. Egal: Mit diesem Song-Trio legen Ewig einen gelungen Start hin. Danach wechseln sich Licht und Schatten ein wenig ab. Mal zaubern Ewig schönen Akustik-Pop aus dem Hut („Ein Geschenk“), nur um danach wie ein Klon von Silly („Bis auf’s Blut“) zu klingen. Mal ertönen wuchtige Breitwand-Balladen („Wie weit noch“), abgelöst von ewigen (sic!) Berlin-Klischee-Texten („Sommer in Berlin“).

So ist „Indianerehrenwort“ am Ende ein zweigeteiltes Werk, das zwischen tollen Ideen und Pop-Standards schwankt, aber niemals ein gewisses Niveau unterschreitet. Damit erkämpft sich das Album am Ende eine wohlwollende Bewertung, die weiterhin Luft nach oben lässt, aber das hier und jetzt abgelieferte Material trotzdem würdigt.

Anspieltipps:

  • Kraftwerk
  • Ein Geschenk
  • Wahre Helden
  • So laut ich kann
  • Indianerehrenwort
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