The Waterboys - Modern Blues - Cover
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The Waterboys Modern Blues


  • Label: Harlequin & Clown/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mike Scott und seine Waterboys sind auch nach mehr als 30 Jahren eine Empfehlung wert.

Der Schotte Mike Scott (56) hob Anfang der 80er Jahre die Band The Waterboys aus der Taufe und erspielte sich mit ihr hauptsächlich in Großbritannien einen guten Ruf als stilistisch vielschichtige Band, die von Punk über Folk bis hin zu Rock und Pop alles beherrscht. Mit dem Radiohit „The whole of the moon“ im Jahr 1985 schwappte das Thema The Waterboys auch ins restliche Europa herüber und die Band wurde u.a. für U2 als Live-Opener verpflichtet. So groß und erfolgreich wie ihre damaligen Mitstreiter, also eben jene U2 oder auch die Simple Minds, wurden The Waterboys allerdings nie.

1993 legte Mike Scott die Band auf Eis und widmete sich seiner Solokarriere, ehe er im Jahr 2000 mit dem Waterboys-Album „A Rock In The Weary Land“ zurückkehrte und seitdem im gediegenen Drei- bis Vierjahresrhythmus neue Platten unter dem Label The Waterboys auf den Markt bringt. Das in der amerikanischen Musikhochburg Nashville eingespielte „Modern Blues“ ist damit das elfte Waterboys-Werk in 32 Jahren und ein erneuter Hackenschlag im Sound der Band. Ein bisschen 80er-Jahre-Feeling steckt aber auch heuer in den neuen Songs - und das ist auch gut so! Lediglich die Produktion macht deutlich, dass wir es bei „Modern Blues“ mit einem Album aus dem Jahr 2015 und nicht aus dem Jahr 1985 zu tun haben.

Die Eigenproduktion von Mike Scott klingt satt und druckvoll und liefert damit die ideale Grundlage für die Kompositionen des 56-Jährigen, der auf „Modern Blues“ beweist, dass er handwerklich nichts verlernt hat. Er lässt die Waterboys einfach etwas amerikanischer klingen und rührt dazu einen kühnen Cocktail aus süffigen Tex-Mex-Bläserriffs sowie ausgiebigen Gitarren- und Fiddle-Soli an („Destinies entwined“). Dazu gesellen sich entspannt schunkelnde Stücke mit feinen Streicherparts („November tale“) und erdiger Roots-Rock („Long strange golden road“). In „Still a freak“ spielen Mike Scott und Co. gar auf wie die späten Doors auf und servieren einen herrlich schmutzigen Bluesrock inkl. großartigem Fuzz-Fiddle-Solo, während das rührselige „I can see Elvis“ als pathosgetränkte Hommage an Mike Scotts musikalische Helden für Freude sorgt.

Fazit: Einen schlechten Song sucht der Hörer auf „Modern Blues” vergeblich. Mike Scott legt mit all seiner Routine und Liebe für Melodien und Riffs ein stimmiges Album vor, das den erwachsenen Hörer in den 80er Jahren abholt und im Jahr 2015 sanft wieder ablädt.

Anspieltipps:

  • Still a freak
  • Destinies entwined
  • Nearest thing to hip
  • Long strange golden road
  • The girl who slept for Scotland
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