Funeral For A Friend - Chapter And Verse - Cover
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Funeral For A Friend Chapter And Verse


  • Label: End Hits Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Funeral For A Friend besinnen sich auf ihre frühen Jahre. Ein Prozess, der noch längst nicht abgeschlossen ist.

Zu ihren Major-Zeiten zwischen 2003 und 2009 verhoben sich Funeral For A Friend, wie so viele andere ehemalige Indie-Acts vor und nach ihnen auch, zunehmend mit glattgebügelten Produktionen, die die Post-Hardcore-Vergangenheit der walisischen Band Stück für Stück verwässerte, bis selbst die Mannen um Sänger Matthew Davies-Kreye keinen Bock mehr darauf hatten. Mit dem Vertragsende bei Roadrunner Records war Schluss mit faulen Kompromissen. Die Band unterschrieb beim kleinen Londoner Indie-Label Distiller Records und richtete ihren Fokus wieder auf das Wesentliche. Anstatt Drama und Pomp, stehen nun wieder Riffs, Härte und gnadenlose Hooks im Vordergrund der Briten.

Mit „Chapter And Verse“ veröffentlichen Funeral For A Friend ihr mittlerweile siebtes Studioalbum. Es wurde binnen zwei Wochen in ihrer walisischen Heimat aufgenommen und birgt schon beim ersten Blick in das Booklet eine Überraschung. Denn nachdem Romesh Dodangoda (u.a. Motörhead, Bullet For My Valentine, Bleed From Within, Twin Atlantic) die letzten drei FFAF-Longplayer produziert hatte, wurde diesmal Lewis Johns, der Bassist der Band Goodtime Boys, an die Regler gesetzt. Dieser sorgte dafür, dass Funeral For A Friend ein Stück weit wieder bei ihren Hardcore-Wurzeln angekommen sind.

Der Produktions-Sound ist von den ersten Tönen an rau, unpoliert und von jedwedem Schnickschnack befreit. Das tut dem Erlebnis, Funeral For A Friend auf ihrer neuen Platte zu hören, grundsätzlich gut, auch wenn der eine oder andere Hörer die eingängigen Hits der „Tales Don’t Tell Themselves“-Phase (2007) vermissen wird. Sei’s drum. Poppig sind Funeral For A Friend heuer jedenfalls nicht mehr. Dafür blitzen alte Emo- und Punk-Leidenschaften auf und hier und da eine Melodie, die sich dann doch ins Ohr schmeicheln will. Den ganz großen Knaller legen die Waliser mit diesem Longplayer dennoch nicht vor. Um den zu finden, muss der geneigte Hörer mindestens sieben Jahre zurückschauen, als „Memory And Humanity“ (10/2008) auf den Markt kam.

Anspieltipps:

1%
The jade tree years were my best
You should be ashamed of yourself
You’ve got a bad case of the religions

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