Kärbholz - Karma - Cover
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Kärbholz Karma


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Lebensbejahende Beatmusik, Teil 6. Diesmal noch eingängiger und melodischer!

Mit ihrem mittlerweile sechsten Longplayer, der auf den knappen Titel „Karma“ getauft wurde, meldet sich die vierköpfige, nordrhein-westfälische Combo Kärbholz, zwei Jahre nach ihrem Chart-Breaker „Rastlos“ (01/2013), der bis in die Top 20 der deutschen Album-Charts kam, zurück. Mit diesem Album haben Torben Höffgen (Gesang), Stefan Wirths (Bass), Adrian Kühn (Gitarre) und Henning Münch (Drums) beim aufstrebenden deutschen Indie-Label Metalville Records angedockt, das der Band mit seiner leidenschaftlichen Vermarktung noch einmal einen weiteren Schub verpassen könnte.

Für die Aufnahmen sind Kärbholz wieder im Stage One Studio von Musiker, Produzent und Toningenieur Andy Classen (u.a. Tankard, Krisiun, Destruction, Belphegor, Dew-Scented, Die Apokalyptischen Reiter) gewesen, der an „Karma“ selbstredend persönlich Hand angelegt hat. Dabei herausgekommen sind 15 räudige Rock’n’Roll-Hämmer im typischen Kärbholz-Stil, der irgendwo zwischen Hard- und Punkrock angesiedelt ist und in der langen Zeit, in der die Böhsen Onkelz auf Eis lagen, sehr gut als Ersatzdroge funktionierte.

„Karma“ eröffnet mit dem hymnischen „Lass mich fliegen“ und bringt sofort das alte Kärbholz-Feeling zurück. Der Sound ist gemessen am sicher nicht allzu großen Budget druckvoll und die Gitarre bestimmt mit fettem Riffing die Richtung. Doch irgendetwas ist anders. Im Hintergrund erklingt eine Hammond-Orgel, wie auch in „Die Dämonen in mir“ oder „Tiefflieger“. Dazu tauchen in anderen Songs Bläser-, Piano-, Dobro- und Akkordeon-Klänge auf, die dem Kärbholz-Sound eine neue melodische Tiefe verleihen.

Wie immer, wenn sich eine Band weiterentwickelt, könnte es sein, dass dem einen oder andern Fan der frühen Werke der neue Sound nicht gefällt, im Fall von „Karma“ also etwas zu glatt und zu wenig schroff sein. Doch der Hörer sollte den Ruppichterothern diesen „Next Step“ mit einem Schuss mehr Massentauglichkeit ruhig zugestehen, also auch gesetztere Tracks, wie das halb-akustische „Sink oder schwimm“, Instrumentals („KxH“) und Balladen wie „Abschied“. Das ist schon okay. Lasst die Jungs mal machen. Denn ein Album wie „Karma“ zeigt deutlich, dass Kärbholz das Potenzial für die erste Liga haben.

Anspieltipps:

  • Steh auf!
  • Nichts von dem
  • Das hier ist ewig
  • Lass mich fliegen
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