Charlie Winston - Curio City - Cover
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Charlie Winston Curio City


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Pop-Kunst, auf die insbesondere die Franzosen wie ´ne eins stehen.

Vor etwas mehr als fünf Jahren landete Charlie Winston mit dem Song „Like a hobo” einen europaweiten Hit. In Frankreich lief das Stück besonders gut. Es erreichte den ersten Platz der dortigen Singlecharts und hielt sich mehr als ein Jahr in der Hitparade. Noch besser schnitt das dazugehörige Album ab. „Hobo“ kam ebenso auf den ersten Platz, hielt sich aber unglaubliche 111 Wochen in den Charts. Für einen ehemaligen Jazz-Studenten aus England, der sich seine ersten Sporen auf dem Real-World-Label von Peter Gabriel verdiente und inzwischen auf mehr als eine Million verkaufte Tonträger kommt, ganz gewiss eine tolle Geschichte.

Und die Geschichte geht weiter! Charlie Winston gründete mit Afishant Records sein eigenes Label, das Sony Music als Lizenzpartner gewann. Dazu rief er mit SquareRound Publishing seinen eigenen Verlag ins Leben und er kooperiert mit dem französischen Indie-Label Atmospheriques. In dieser Konstellation erscheint mit „Curio City“ nun sein mittlerweile drittes Majoralbum, das er im Alleingang produzierte und bis auf das Schlagzeug komplett in Eigenregie einspielte. Mehr DIY geht nicht, schließlich gilt es bei all dem Business-Kram auch noch Musik zu machen.

Charlie Winstons Musik hat häufig eine Akustikgitarre im Klangbild, über die der Engländer seinen durchaus tanzbaren Midtempo-Pop setzt, der stets eingängig ist und niemandem wehtut. Diesen garniert er mit seiner samtweichen Stimme, die irgendwo zwischen Terence Trent D´Arby und Antony & The Johnsons angesiedelt ist. Mit diesem vermeintlichen Wohlfühlpaket für das Sonntagmorgen-Radioprogramm schmeichelt sich der 36-Jährige in die Gehörgänge und bringt dabei den einen oder anderen kleinen Hit mit.

Zwar können es Titel wie „Too long“, „Say something“, „Lately“ oder auch „Another trigger“ nicht mit „Like a hobo“ aufnehmen, doch Charlie Winstons Händchen für radiotaugliche Musik ist unverkennbar noch vorhanden, auch wenn er damit hier und da ein wenig stärker in den Dance-Bereich rutscht („Just sayin‘“, „A light (day)“). Für ein solides Popalbum reichen seine Künste jedenfalls locker aus, auch wenn der Hype, der im Jahr 2009 einsetze, inzwischen nachgelassen hat und „Curio City“ eindeutig zu wenig Argumente liefert, diesen wieder aufflammen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Too long
  • Just sayin‘
  • Say something
  • Another trigger
  • Evening comes
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