The Subways - The Subways - Cover
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The Subways The Subways


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
3.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„These teenage years, no they don't last... oh yeah, oh yeah?“

Wenn die Subways etwas sind, dann Berufsjugendliche. Das ist eigentlich eine ganz feine Sache, denn so können aktuelle Jugendliche abgeholt werden und auch Altfans haben Spaß am Ewig-Gestrig-Sein. Und das Konzept der Subways ist eigentlich ein gar nicht mal so kompliziertes, mal funktioniert es besser und mal schlechter. Nachdem „Money And Celebrity“ (2011) sowohl Kritiker als auch Fans eher enttäuschte, ist das selbstbetitelte vierte Album der Versuch, einstige Großtaten zu wiederholen. Das Rad wollen und können Billy Lunn, seine ehemalige „Rock & Roll Queen“ Charlotte Cooper und Schlagwerker Josh Cooper sowieso nicht neu erfinden. Doch es gilt jenes angenehm rund einfach rollen zu lassen. Das klappt auf „The Subways“ zumindest in Ansätzen, allerdings auch nur ganz knapp. Die seligen Zeiten von „All Or Nothing“ (2008) und vor allem „Young For Eternity“ (2005) können - oh Wunder - nicht wiederholt werden. Vielleicht ist bei den drei Briten das dritte Lebensjahrzehnt dann doch einfach zu präsent, um den jugendlichen Spirit forttragen zu können.

Da muss sich der Hörer stets vor Augen halten, dass das Trio vielleicht nicht die größten Klassiker aller Zeiten eingespielt hat, aber stets mit einem unwiderstehlichen Charme überzeugen konnte. Mal eben einen bunten Mix aus Indie, Alternative, Garage, Pop und Snotcore aufs Parkett zu legen, kann halt auch nicht jeder und wenn die Subways es schaffen, wochenlang in den Gehörgängen zu bleiben, hat da jemand definitiv etwas richtig gemacht. Leider ist gerade das auf Longplayer Numero vier eher Mangelware, was aber auch nicht bedeutet, dass „The Subways“ schwach oder langweilig wäre. Nö, das passt schon (wieder) alles; zumindest das schwächere „Money And Celebrity“ lassen sie souverän hinter sich. Dem Erfolgsrezept bleiben sie natürlich treu, wobei die Authentizität ein wenig leidet, wenn die Subways nochmal so tun, als seien sie frühe Twens. Gut, da gibt es ältere Gruppen, bei denen die Kluft zwischen Jugend und Alter nochmal krasser ist, doch auch an den Subways geht die Zeit nicht einfach so vorbei. Ironischerweise ist eine melancholische Ballade des Schlages „Because Of You (Negative Love)“ glaubwürdiger als flotte Singalong-Titel wie „Taking All The Blame“, „Dirty Muddy Paws“, „Good Times“ oder „Pet Boy“. Spaß machen sie trotzdem, was bezüglich des Subway'schen Rock-Konzepts natürlich die Hauptsache ist. Der große Wurf bleibt jedoch abermals aus. Den darf man immerhin erwarten, wenn eigentlich simple (aber ungemein wirkungsvolle) Hymnen das Steckenpferd einer Band sind, die guten und beliebten Ansätze jedoch einfach nicht zu Ende gedacht werden.

Das kann dann jeder so sehen wie er will. Vielleicht sind die typischen Subways immer noch wirkungsvoll, vielleicht wiederholen sie sich erfolgreich (oder auch nicht), vielleicht passt es dann aber auch einfach nicht mehr. Mit vor sich hin plätschernden Rocknummern („My Heart Is Pumping To A Brand New Beat“ und das direkt folgende „I'm In Love And It's Burning In My Soul“) punkten die drei genauso wenig, wie mit aufgesetzten Sprechgesang-Ideen (die Bezeichnung Rap wäre dann doch zu hoch gegriffen) in „Black Letter“. Und der Kontrast von Billys Screams und Charlottes immer wieder charmantem very britishen Gesang ist in „Twisted Game“ auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Zumindest gibt es während der gerade mal 34 Minuten des Albums, Nummern, die Spaß machen, auf die man sich aber definitiv einlassen muss, um die Fuck-Off-Attitüde von damals eben zu rekonstruieren. Und hier liegt der Hund eben letzten Endes begraben: Alles was The Subways machen, ist solide und durchaus mit Potential versehen, aber gleichzeitig handelt es sich hier um eine Band, bei der die Musik mit der dazugehörenden Authentizität steigt und fällt. Und wer Billy, Charlotte und Josh daran misst, kann einfach nur enttäuscht werden. Denn zehn Jahre nach einem „Oh Yeah“ bestätigt sich, was die Subways in jenem Song prophezeit haben: „These teenage years, no they don't last“. Das gilt für die Hörer wohl in Ansätzen, für die Band aber ohne Frage.

Anspieltipps:

  • Dirty Muddy Paws
  • Because Of You (Negative Love)
  • We Get Around

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