And The Golden Choir - Another Half Life - Cover
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And The Golden Choir Another Half Life


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Leicht entrückte Musik zwischen Genie und Wahnsinn, Meisterwerk und Größenwahn für Liebhaber von Radiohead und Get Well Soon.

Den Berliner Tobias Siebert kennt der geneigte Indie-Jünger als (ehemaliges) Mitglied der Bands Klez.E und Delbo sowie als Produzent von Acts wie Marcus Wiebusch, Slut, Enno Bunger, Kettcar, und Phillip Boa. Mit And The Golden Choir begibt es sich nun auf Solopfade. Doch in Wahrheit ist Tobias Siebert schon seit geraumer Zeit mit seinem neuen Projekt beschäftigt, das in fünfjähriger (!) Detailarbeit entstanden ist. So spielte Siebert sämtliche Instrumente, von der Harfe über Gitarren und Bass, bis hin zum Piano, Schlagzeug, Zither, Glockenspiel und Violine im Alleingang ein. Kompositionen, Texte, Gesang und Produktion lagen ebenfalls allein in seinen Händen. Eine unglaubliche Herausforderung und Mammutaufgabe, die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Grundsätzlich hören sich die Rahmenbedingungen und die Entstehungsgeschichte von „Another Half Life“ nach schwerer Kost an. Doch hinter all der Komplexität steckt kein Album, das unbedingt anecken will, auch wenn es mit seinen Loop-Gospel-Chören und den vielen Instrumentalschichten kein Selbstläufer in Sachen Eingängigkeit ist. Deshalb muss sich der Hörer zum einen auf leicht entrückte Musik zwischen Genie und Wahnsinn, Meisterwerk und Größenwahn einstellen, zum anderen aber auch auf einen melodischen Klangkosmos, der speziell für Liebhaber von Radiohead, Get Well Soon und Antony And The Johnsons interessant sein dürfte.

„Another Half Life“ ist ein intimes, melancholisch-düsteres Album, wie geschaffen für den nächtlichen Hörgenuss – und damit genau eines dieser speziellen Werke, wie sie gerne zu Beginn eines Jahres erscheinen, wenn sich die Ohren der Konsumenten vom vergangenen Musikjahr erholt haben und wieder bereit sind, Neues aufzunehmen. Dann ist Raum da für die beruhigenden Melodien von Songs wie „The transformation“, „Angelina“ oder auch „In heaven“ und Tobias Sieberts Falsettgesang, mit dem er seinen Stücken die entscheidende Portion Dramatik verleiht.

Das Ganze hat der Berliner so geschickt in seinem Studio zusammengebastelt, dass zu keiner Zeit der Gedanke aufkommt, dass es sich bei „Another Half Life“ um ein Album handelt, auf dem nur eine Person zu hören ist. Und das ist wert, entdeckt zu werden.

Anspieltipps:

  • Angelina
  • In heaven
  • New daily dose
  • The transformation
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