Angelus Apatrida - Hidden Evolution - Cover
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Angelus Apatrida Hidden Evolution


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die spanischen Megadeth überschatten mit Leichtigkeit Dave Mustaines letzte Totgeburt „Super Collider“.

Ja, Dave Mustaine ist mit Megadeth schon seit über 30 Jahren eine Inspiration für viele Metalheads und Musikschaffende auf unserem Erdball, doch das entbindet ihn noch lange nicht von Scham. Scham, die wir beim Hören seines letzten Werkes „Super Collider“ (05/2013) verspürt haben, das absolut nichts mit der Genialität solcher Werke wie „Rust In Peace“ (09/1990) oder „Countdown To Extinction“ (07/1992) zu tun hatte und stattdessen eine weichgespülte Version der einstigen Trademarks feilbot. Umso leichter scheinen es da die spanischen Thronfolger Angelus Apatrida zu haben, die nach dem pfeilschnellen Century Media-Einstand „Clockwork“ (06/2010) und dem an allen Ecken und Enden verbesserten Nachfolger „The Call“ (04/2012) mit „Hidden Evolution“ nun allen Mustaine-Fans zeigen, wozu Thrash Metal im neuen Jahr fähig sein kann.

Im Detail bedeutet das keineswegs stures Haudrauf-Gebolze oder selbstverliebte Gitarrenwichserei, sondern einen wohldurchdachten Kniefall vor der San Francisco Bay Area zu vollführen, deren sämtliche Facetten im fünften Werk der Spanier Guillermo Izquierdo (Gesang, Gitarre), David G. Alvarez (Gitarre), José Izquierdo (Bass) und Victor Valera (Schlagzeug) Unterschlupf gefunden haben. In diesem Sinne prescht der Opener „Immortal“ als technisch beeindruckender Auftakt in Mach 3 gnadenlos an einem vorbei, während „First world of terror“ für melodische Gesangseinlagen sorgt, zwischenzeitlich ein kinnladenspreizendes Riff/Blastbeat-MG-Nest aushebt und mühelos zu „Architects“ überleitet, das mit seinen hakenschlagenden Argumenten für freudiges Bearbeiten der Luftgitarre steht.

In „Tug of war“ perfektioniert der Vierer unterdessen das Wechselspiel aus Flitzebogen und Donnergrollen, prügelt im an die Retro-Thrasher von Battalion erinnernden „Serpents on parade“ dem Hörer die Kacke aus dem Leib und wischt mit dem stark von Mustaine beeinflussten „End man“ mit dessen Letztwerk den Boden auf. Hätten es auf „Hidden Evolution“ noch zwei weitere dieser ansprechenden Leckerbissen geschafft, das Album wäre in der Bewertung sicherlich einen Punkt höher einzustufen gewesen. Da Izquierdo und seine Mannen mit dem Midtempo-Track „Wanderers forever“, sowie der für sich sprechenden Nummer „Speed of light“ keine neuen Facetten oder Abwechslung ins Geschehen befördern und das mit gegenläufigen Leads spielende Stück „I owe you nothing“ trotz spannender Prämisse ein wenig mehr Feinschliff benötigt hätte, können wir hier nur auf eine Evolution auf dem nächsten Studioalbum hoffen.

Ähnlich enttäuschend fällt nämlich auch der neun Minuten lange, titelgebende Albumender aus, der zwar mit einem ordentlich protzigen Gitarrensolo startet und anschließend von der aufmarschierenden Saiten- und Fellfraktion flankiert wird, aber in weiterer Folge viel zu lange braucht, um endlich spannende Gefilde anzusteuern und den Thrash-Fan mit einem ausgedehnten Instrumentensolo in Verzückung zu versetzen. Fürs Protokoll wollen wir aber trotzdem noch einmal zusammenfassen: Wer aufgrund von „Super Collider“ begonnen hat, den Markt verstärkt nach Alternativen abzusuchen, der dürfte mit „Hidden Evolution“ mit Sicherheit glücklich werden.

Anspieltipps:

  • End Man
  • Tug Of War
  • First World Of Terror

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