Atlas Losing Grip - Currents - Cover
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Atlas Losing Grip Currents


  • Label: Hamburg Records/CARGO
  • Laufzeit: 66 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Spacken wie Green Day monumentale Alben aufnehmen können, warum dann nicht auch Atlas Losing Grip?

Die Band Atlas Losing Grip gründete sich vor zehn Jahren im Städtchen Lund in der südschwedischen Provinz Skåne. Sie besteht aus den Musikern Rodrigo Alfaro (Gesang), Max Huddén (Gitarre), Stefan Bratt (Bass), Julian Guedj (Drums) und Gustav Burn (Gitarre). Nach einer vierjährigen Pause legt das Quintett mit „Currents“ rechtzeitig zum kleinen Jubiläum „10 Jahre Atlas Losing Grip“ sein drittes Studioalbum vor, das für Punkrock-Verhältnisse auf die ungewöhnlich lange Spielzeit von 66 Minuten kommt.

Schon der von Metallica (!) beeinflusste Opener „Sinking ship“ macht deutlich, dass die Schweden ihrem Sound-Markenzeichen weiterhin treugeblieben sind und melodischen Punkrock mit Speed- und Thrash-Metal-Riffs kombinieren. Damit heben sich Atlas Losing Grip weiterhin von weiten Teilen der verweichlichten US-Konkurrenz ab, die den Schweden auch inhaltlich nur selten das Wasser reichen kann. Auf ihrer Mission hauen Atlas Losing Grip wieder den einen oder anderen Speed-Bolzen raus („Cynosure“), decken aber auch das Balladenfach ab („Closure“). Dazu üben sie sich in eingängigen Hymnen („Shallow“) und sie verheiraten Thrash Metal mit Punkrock („Nemesis“).

So kennt der Hörer Atlas Losing Grip und so will er sie auch zukünftig hören! Und die Schweden lassen sich nicht lange bitten. Sie servieren anspruchsvollen Punkrock, der Puristen definitiv nicht schmecken dürfte. Und das ist auch gut so! Denn was nützt das tausendste Album, auf dem eine gute halbe Stunde lang aufs Tempo gedrückt wird und 08/15-Melodien en masse rausgehauen werden? Gar nichts! Klar, diesen Simpel-Punk beherrschen Atlas Losing Grip freilich auch („Downwind“), doch sie gehen damit nicht hausieren wie ein Rudel Punkrock-Rentner aus Kalifornien.

„Currents“ wird das Punkrock-Lager polarisieren. Denn was haben Thrash-Metal-Riffs und Akustik-Balladen auf einem Punk-Album zu suchen? Aber Leute, schaut euch die Band doch mal an! Sehen so reinrassige Punks aus? Nein! Doch schon hier beginnt die Klischee-Verweigerung, die sich in der Musik fortsetzt, bei der ab und zu das Gefühl aufkommt, dass sich die Band etwas verhebt („Cold dirt“). Am Ende bekommen Atlas Losing Grip jedoch stets die Kurve und servieren ein Punk-Album der besonderen Art. Und wer sich erinnern kann: Das haben Green Day auch mal geschafft. Mehr als zehn Jahre ist es inzwischen her.

Anspieltipps:

  • Shallow
  • Closure
  • The End
  • Cold dirt
  • Downwind
  • Sinking ship
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