HER - Raise A Little Hell - Cover
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HER Raise A Little Hell


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein überzeugender Beweis dafür, dass manche Dinge schlichtweg nicht zusammengehören.

Eiskrem hat auf einer Pizza nichts verloren. Warum sollten Gummibärchen in Tabasco getaucht werden? Es gibt Dinge, die nach dem Geschmack vieler Menschen nicht getan werden sollten. Dazu gehört auch der Redneck-Country-Pop aus dem Hause Her & Kings County. Seit Jahren schlürft die Band sich mit Schamesröte ins Gesicht treibender Musik durch die Musiklandschaften und bleibt dabei glücklicherweise großteils unentdeckt. Gleichzeitig scheint es genug Fans dieser Kombination zu geben, da Her und ihre Jungs sich jetzt seit einigen Jahren über Wasser halten. Spätestens mit dem Titel „White Trash“ möchten die meisten Hörer jedoch wahrscheinlich gar nicht näher wissen, wer diese Musik gerne hört.

Der Gesang lässt die Gehirnzellen durchgehend im Schwitzkasten, während Slide-Gitarren jaulend in die metaphorische Seite des Gehörgangs schlagen. Wenn sich Hörer für das Gehörte nicht durchgehend schämen müssten, würden sie wahrscheinlich leise schluchzen. Die Band bündelt wirklich alle Elemente, die den Country berüchtigt machen. Der ignorante Dörfler wird gefeiert und darf sich das entweder mit nervigen Slide-Gitarren oder Möchtegern-Rap („Family Tree“) auf die Fahne schreiben. Natürlich ist nicht die ganze Scheibe beleidigend schlecht und reduziert seine Hörer und sich auf die einfachsten Stereotype. Teilweise läuft auch einfach ein wenig uninspirierte Musik im Hintergrund. „Put Me In The Ground“ und „My Heart Can't Take Anymore“ sind handzahme Radionummern. In diesem Zusammenhang war wohl auch die fehlgeleitete und verirrte Evanescence-artige Ballade „Heavens Crashing Down“ als ein solcher Track gedacht.

Jeder Satz mehr ist schlichtweg eine Verschwendung von Zeit für zukünftige Nicht-Hörer. Es gibt keinerlei gute Gründe, warum „Raise A Little Hell“ in einen CD-Spieler gehört. Die Texte sind traurig stimmend schlecht und werden von einer gespielt auf Country getrimmten Stimme möglichst anstößig vorgetragen. Damit soll nicht der Country selbst schlecht geredet werden, sondern diese laue Interpretation eines Genres, welches immer wieder mit seiner Aktualität zu kämpfen hat. Her nimmt diesen Kampf gar nicht erst an, sondern suhlt sich in schlecht konzipierter Langeweile, die einfach nicht wirklich gefallen kann. Nur ein klares „Nein!“ lässt sich mit dieser Musik gut paaren und nichts anderes.

Anspieltipps:

  • White Trash
  • Family Tree
  • Heavens Crashing Down

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