COR - Lieber Tot Als Sklave - Cover
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COR Lieber Tot Als Sklave


  • Label: Ruegencore/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

COR punkten mit ganz viel Authentizität und Härte. Politisch aktiv und für den kleinen Mann einstehend, muss die Musik sich dafür auch manchmal hinten anstellen.

COR machen Musik für gebeutelte und wütende Seelen. Der ganze Frust muss einfach mal weggeblasen werden und das geht bei COR meist über Härte, Lautstärke und Text. Mittelstand, Regierung und Establishment werden ins Visier genommen und abgelehnt. COR sehen sich als Vertreter der unregierbaren Massen. Das Ergebnis schrammt nicht nur an einer Sammlung von Parolen vorbei, sondern ist ein wahres Arbeiterpamphlet geworden. Das kann ernst gemeint sein und muss nichts mit Manipulation zu tun haben, bietet hinter diesen Parolen jedoch selten Antworten auf die besungenen Lebenskrisen. COR werden damit garantiert einige Hörer aufwühlen, doch Grund oder zumindest Anreiz zum Lösen der Probleme bleiben leider aus.

Auch wenn textlich nicht immer alles ganz sauber ist und der Band wahrscheinlich so mancher Text im Mund verdreht werden kann, ist die Musik druckvoll und unterstützt die einfachen, wenn auch nicht eindeutigen Botschaften der Lieder stets passend. Bei „Ein Guter Tag Zum Sterben“ und „Lieber Tot Als Sklave“ gibt es keine Zeit zum Durchschnaufen. Der Kopf wird unentwegt nicken und die Boxen rütteln. Wer also auf harte Riffs steht und nicht allzu sehr auf Texte setzt, der wird dauerhaft unterhalten. Besonderes ist wenig überraschend nicht dabei, da es der Band sehr um ihre Botschaften geht. Außer dem deutlich geschriebenen „Mischling“, welches kulturellen Austausch und aus diesem entstehende Freiheit beschreibt, kann die Band jedoch nur selten auf dieser Ebene punkten.

Ansonsten sind eben alle böse und alles ist schlecht. Warum noch morgens aufstehen, außer um sich aufzuregen. Es ist gerade deshalb so schade, dass der aggressive Stil der Band oftmals nur Wut und Frust im Hörer weckt und nicht wie in „Mischling“ mit Hilfe und Antworten parat steht. Genau von solchen Liedern gibt es in der Punk-Thematik zu wenige. Rumjammern kann jeder, doch COR zeigen, auch sich selbst, dass es richtig stark sein kann, wenn man mit Antwortmöglichkeiten zur Seite steht.

Es ist in Ordnung, hart klingen zu wollen, doch COR müssen ihre Energie noch besser kanalisieren. Derzeit sind sie noch wie ein Sturm, der für Verwüstung sorgt, wo es Aufbauarbeit braucht. Solche Aufgaben benötigen auch Stärke und lassen sich wie in „Mischling“ mit einem Audio-Arschtritt auftischen. Doch dann muss der Text auch sitzen, wenn so gewaltige Musik aus den Boxen schallt. Auch wenn sie es verneinen, verstecken sich COR wohl unbewusst hinter so einigen Parolen und müssen selbst noch mehr zur Tat schreiten, wenn sie mehr als nur Schreihälse am Rand sein wollen.

Anspieltipps:

  • Mischling
  • Richy
  • Am Meer

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