Sons Of Bill - Love And Logic - Cover
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Sons Of Bill Love And Logic


  • Label: Thirty Tigers/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Früher war alles besser? Sons Of Bill erinnern sich selbst an Wilco und ein ganzes Genre an das eigentlich Mögliche.

Einen Song. Es braucht nur einen einzigen Song auf „Love And Logic“ und auch harte Country-Kritiker wollen dem Gerne einen Augenblick lang vergeben. Nein, ausnahmsweise ist es nicht Jeff Tweedy, der die Fahne des Genres hochhalten muss. Taylor Swift hat gute Gründe, warum sie ihren Sound ganz klar auf Pop ausgerichtet hat. Der Country ist und bleibt in einer Formkrise. Das liegt oftmals daran, dass sich viele Künstler scheinbar gezwungen sehen, das Katzengejammer der Slide-Gitarren und Redneck-Gesang übertreiben zu müssen.

Schlagzeuger Ken Coomer (bis 2000 Teil von Wilco) hat mit vier gleichgesinnten Country-Liebhabern den Sound zurückgebracht, der schon „Being There“ und „Summerteeth“ zu erlösenden Großtaten gemacht hat. Wem die Entwicklung Wilcos in den letzten Jahren, warum auch immer, nicht geschmeckt hat, der darf sich mit Sons Of Bill auf Querverweise zu diesen Frühwerken freuen. Man ziehe die Innovation eines Tweedy ab und konzentriere sich noch mehr auf die gesunde Mischung aus Country und Rock ohne große Weinerlichkeit und fertig ist „Love And Logic“.

„Big Unknown“ ist dabei ein Glanzstück dieser Mischung aus Verstand fürs und Liebe zum Genre. Der geradlinige, emotionale Track leitet ein wahres Freudenfest für Alternative-Country-Fans ein. Es gibt bewegende Hymnen („Brand New Paradigm“ und, wenig überraschend, „Hymnsong“) und weitere locker leichte Alltagsverschönerungen in Form von „Bad Dancer“ und „Arms Of The Landslide“. Selbst die sonst so schwierige Ballade meistert die Band mit dem introvertierten „Road To Canaan“. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Der Country lebt wieder.

Dass das Album trotzdem nicht gleich aus dem Stand zum neuen Helden des Genres mutiert, liegt eben auch an der konservativen Herangehensweise. Die guten Melodien in „Higher Than Mine“, „Fishing Song“ und „Lost In The Cosmos“ sind nicht wegzuschreiben, doch zu sehr darf ein jammernder Grundton sich einmischen, der die Lieder unnötig ausbremst und anstatt Sehnsucht und Heimatgefühl eben mehr für platte Stereotype sorgt. Trotzdem wandeln diese Stücke ebenfalls auf einem schmalen Grat, der bei allen Fehlern nie frei von Genugtuung ist. Schön zu hören, dass solche Alben weiterhin möglich sind, auch wenn die Schuld des Country gegenüber Wilco weiter anwächst.

Anspieltipps:

  • Big Unknown
  • Brand New Paradigm
  • Bad Dancer

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