Sizarr - Nurture - Cover
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Sizarr Nurture


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch das zweite Album der Pfälzer Buben klingt, als sei es im Indie-Pop-Herzen Großbritanniens entstanden.

Sizarr kommen aus der Provinz. Aus Landau in der Oberpfalz. Und doch klingen ihre Songs so, als wären Sizarr ein Teil der BritPop-Szene um Bands wie Bloc Party und Maximo Park. Ihr Debüt „Psycho Boy Happy“ (09/2012) katapultierte Fabian Altstötter, Philipp Hülsenbeck und Marc Übel auf Anhieb in das Blickfeld der internationalen Indie-Gemeinde. Es gab Tourneen zusammen mit Woodkid, Animal Collective, Vampire Weekend und den Editors. Und das, obwohl „Psycho Boy Happy“ nur kurz in der hinteren Hälfte der deutschen Album-Charts auftauchte. Qualität benötigt eben nicht immer ein Kommerz-Siegel, um wahrgenommen zu werden.

2½ Jahre nach ihrem Debüt legen die drei Pfälzer und ihr Produzent Markus Ganter, der auch „Psycho Boy Happy“ betreute, mit „Nurture“ ihr zweites Album vor. Das noch immer sehr jugendliche Trio hat sich inzwischen in alle Welt verstreut, sodass die Aufnahmen zu „Nurture“ durchaus eine logistische Herausforderung waren. Doch das Unternehmen ging auf. Im Erfurter Atomino-Studio wurde das Album schließlich fertiggestellt. Das Ergebnis ist eine relativ melancholische Indie- und Electro-Pop-Reise durch Einflüsse von Radiohead bis Hurts.

Jawoll, Hurts. Denn bei allem (positiven) Geklöppel verlieren Sizarr nie die große Geste und fein gewobene Melodiebögen aus den Augen, mit denen sich gute von mittelmäßigen Alben unterscheiden. Dabei haben sich Sizarr fürwahr nicht für den einfachen Weg entschieden und mal eben eine Kopie ihres Debüts entworfen. Auf „Nurture“ zeigen sich drei Musiker von ihrer introvertierten Seite und legen dabei Kompositionen wie das eindringliche, auf einer Pianomelodie basierende „Untitled“, minimalistisch-düstere Dubstep-Anleihen à la James Blake („Slightly“) und fast schon enthusiastische Tracks wie „How much for this?“ vor.

Diese Klangerfahrung braucht Zeit und eher die Dunkelheit der Nacht, als die Sonne des Tags. Wer sich diese Zeit nimmt, bekommt auf „Nurture“ ein paar schöne Trips geboten, die wie schon auf dem Debüt sehr britisch klingen und nicht mit der Oberpfalz in Verbindung gebracht werden können.

Anspieltipps:

  • Clam
  • Untitled
  • Baggage man
  • How much for this?
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