Ne-Yo - Non-Fiction - Cover
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Ne-Yo Non-Fiction


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album mit einem Entertainment-Faktor, der fast gegen null tendiert.

Dass in der Musikindustrie Longplayer in verschiedenen Versionen angeboten werden, ist inzwischen ein alter Hut. So sind drei, vier Bonus-Tracks und eine attraktivere Verpackung als Kaufanreiz für den Fan, im Vergleich zum Zufalls- oder Impulskäufer, schon immer eine nette Idee gewesen. Ärgerlich wird es immer nur dann, wenn das Zusatzmaterial Monate nach der Erstveröffentlichung als Re-Edition angeboten wird und der Hardcore-Fan in die Verlegenheit gerät, sich ein Album ein zweites Mal kaufen zu müssen, um in den Genuss der zusätzlichen Musik zu kommen.

Auch das neue Album von Ne-Yo gibt es in unterschiedlichen Varianten. Differierende Cover und die Frage, ob „Non-Fiction“ schon mit 12 Songs komplett ist oder erst in der 21 (!) Tracks umfassenden Version seine ganze Pracht erreicht, ist hier zu klären. Wobei der quantitative Unterschied schon irgendwie absurd erscheint, so als gäbe es in der Tat ein Produkt zweiter Klasse zum vollen Preis. Auf der anderen Seite ist es bei annähernd zwei Dutzend Songs extrem schwer, ein einheitlich hohes Niveau zu halten. Wie man es macht, ist es eben immer verkehrt. Hier soll es jedenfalls um die Basis-Version mit 12 Stücken gehen.

Für „Non-Fiction“ hat sich der US-R&B-Star namhafte Gäste wie David Guetta, Jeezy, Schoolboy Q, T.I., Juicy J und Pitbull ins Studio geholt, in dem sich auf Produzenten-Seite Stammgäste wie Dr. Luke (Britney Spears, Katy Perry, Nicki Minaj) und Stargate (Rihanna, Keri Hilson, Beyoncé) tummelten. Thematisch ist der Albumtitel Gesetz. In allen Songs geht es um wahre Begebenheiten, die sich aber irgendwie nur um Frauen zu drehen scheinen. Geschenkt! Denn mit seiner samtweichen Stimme, die Ne-Yo schon früh Vergleiche mit Michael Jackson einbrachte, ist der 35-Jährige sowieso am liebsten im Balladenfach unterwegs und schmust sich damit an die vornehmlich weibliche Hörerschaft heran.

Vom flotten Dreier („Story time“), über extra-heiße Fahrgestelle („Run“) und Hühner abschleppen („Who’s taking you home“), bis hin zur morgendlichen Verführung seiner Bettgenossin, die deshalb natürlich zu spät zur Arbeit kommt („Good morning“), legt sich Ne-Yo besonders gerne schlüpfrig ins Zeug. Leider wählte er dazu eine Mischung aus einschläfernden Rhythmen („Run“), schmalzigen Arrangements („Integrity“) und schwülstigen Melodien („Coming with you“), zwischen die hier mal ein gewisser David Guetta („Who’s taking you home“) oder dort ein rappender Kollege wie Pitbull grätscht („Time of our lives“). Das ist ungefähr so spannend und aufregend wie die Lottozahlen aus dem letzten Jahr und mit einem Entertainment-Faktor gesegnet, der fast gegen null tendiert.

Anspieltipps:

  • Run
  • Ballerina
  • Story time
  • Good morning
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