Rumer - Into Colour - Cover
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Rumer Into Colour


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem dritten Album findet Rumer zurück in die Spur.

Jahrelang verdingte sich Sarah Joyce alias Rumer (35) erfolglos als Sängerin und wollte die Musik schon hinschmeißen, als sie doch noch einen Vertrag bei Atlantic Records bekam und sich ihr Debütalbum „Seasons Of My Soul“ (02/2011) allein in Großbritannien mehr als 600.000 Mal verkaufte. Das danach veröffentlichte „Boys Don’t Cry“ (06/2012) entpuppte sich leider als sub-optimale Idee. Die in Pakistan geborene Songschreiberin entschloss sich dazu, einen Longplayer mit Coverversionen auf den Markt zu bringen. Als zweites Album! Welch ein Armutszeugnis, das folgerichtig kommerziell enttäuschte.

Doch es kam noch schlimmer. Der plötzliche Erfolg und der damit verbundene Stress führten bei Rumer zu Depressionen und einer bipolaren Störung. Eine Pause wurde dringend nötig, in der Rumer verschiedene Heilungsmethoden für ihre Krankheit ausprobierte. Wieder einigermaßen stabil, reiste Rumer in die Vereinigten Staaten, wo die Songs für „Into Colour“ entstanden. Die 35-Jährige mietete einen Trailer an, der im Garten einer heruntergekommenen spanischen Villa in Los Angeles geparkt war. Diese Abgeschiedenheit nutzte Rumer, um frische Ideen zu entwickeln, die sie dann im Studio zusammen mit den Songwritern Stephen Bishop und Rick Nowels sowie dem iranisch-amerikanischen Komponisten, Arrangeur und Produzenten Rob Shirakbari (51), mit dem sie nach den Aufnahmen anbandelte und den sie letztendlich heiratete, aufnahm.

In Großbritannien wurde „Into Colour“ rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft am 10. November 2014 veröffentlicht. Das Werk verpasste allerdings die Top 10 („Seasons Of My Soul“ und „Boys Don’t Cry“ erreichten jeweils den dritten Rang) und erhielt eher durchwachsene Kritiken. Dabei stellt die erste Singleauskopplung „Dangerous“ ein perfektes Abbild der Soulmusik der 70er Jahre dar, die in der jüngeren Vergangenheit ein echtes Revival erlebte. An diesen Stil, zwischen Disco, Soul und Philly-Sound, knüpfen auch die übrigen Stücke auf „Into Colour“ an.

Basierend auf den gediegenen Eigenkompositionen von Rumer und der musikalischen Ausarbeitung durch Rob Shirakbari, gefallen die Songs mit wunderbaren Streicher- und Bläser-Arrangements („Reach out“) und einer tiefenentspannten Stimmung, die bloß nicht mit dem Schimpfwort Easy Listening in Verbindung gebracht werden sollte, auch wenn die meisten Stücke maximal relaxt rüberkommen. Doch andersherum wird ein Schuh draus. Denn Rumer legt ein herrlich altmodisches Soul-Album vor, das nur so vor romantischen Balladen („Sam“, „Better place“, „Butterfly“) und schön erzählten Alltagsgeschichten („Pizza and pinball“) strotzt. Damit macht sie ihr etwas uninspiriertes Zweitwerk vergessen und findet den Anschluss an „Seasons Of My Soul“ wieder.

Anspieltipps:

  • Sam
  • Dangerous
  • Reach out
  • Better place
  • Pizza and pinball

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