Donots - Karacho - Cover
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Donots Karacho


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Was macht eine erfolgreiche Band nach neun Studioalben, um nicht in Routine zu verfallen? Sie schreibt die Texte nicht wie bisher auf Englisch, sondern einfach mal auf Deutsch.

21 Jahre gibt es die Donots mittlerweile. 21 Jahre voller Produktivität: Neun Alben sind in der Zeit entstanden, verbunden mit unzähligen Touren durch Deutschland, aber auch durch Europa, die USA und sogar Japan. Neben Soloshows und Festivals waren die fünf Jungs aus Ibbenbüren oft mit anderen Bands wie den Toten Hosen, den Ärzten, aber auch Billy Talent oder Anti-Flag unterwegs. Mit den beiden letztgenannten Bands plus Bernd von den Beatsteaks haben die Donots sogar den Song „Toast To Freedom“ aufgenommen. Und auch bei der deutschen Version von „Do They Know It’s Christmas“ waren sie im letzten Jahr dabei. Man könnte also meinen, dass die Donots in ihrer Bandgeschichte schon alles erlebt haben. Naja fast: Ein Album auf Deutsch fehlt noch. Mit „Karacho“ haken sie nun diesen Punkt ab.

Der eine oder andere Fan mag dem jetzt sicherlich skeptisch gegenüberstehen. Bisher haben die Songs auf Englisch immer funktioniert, die Umstellung auf Deutsch war da sicherlich nicht ganz so einfach. Das ist auch Sänger Ingo Knollmann aufgefallen, der sich durch intensives Anhören mit der deutschen Sprache auseinander gesetzt hat. Auch mit Songs, die weniger sein Geschmack waren: „Ich hab mir freiwillig im Radio so Sachen wie Pur und Rosenstolz angehört. Einfach, damit der Shit-Detector geeicht ist.“ Damit die Texte bloß nicht zu kitschig und klischeehaft werden.

Und das ist ihm und seinen Bandkollegen ganz gut gelungen. Dabei herausgekommen sind abwechslungsreiche Songs, die Spaß machen und mal punkig, mal pop-rockig klingen. „Ich mach nicht mehr mit“ legt als Opener direkt richtig gut los. Temporeich, mit ordentlich Gitarre, Bass und Schlagzeug, und durch die eingestreuten Ohooo Ohooo‘s auch einfach mitzusingen. Deutlich mehr in Richtung Punk geht „Kaputt“. Schon der Songtitel kündigt Randale an, was durch aggressiven Gesang und ein donnerndes Schlagzeug bestätigt wird. Ein bisschen poppigere Stücke gibt es natürlich auch. „Problem kein Problem“ ist so ein Song, der etwas ruhiger und melancholischer daherkommt und von Selbstzweifeln handelt, durch die dominante Gitarre aber klar macht, dass die Wurzeln im Rock legen. „Immer noch“ treibt es noch ein bisschen weiter: Getragen von einer Akustikgitarre, schildert der Song das Wiedersehen von zwei Menschen, die sich lange nicht gesehen haben.

Insgesamt lässt sich sagen: Die Donots funktionieren auch auf Deutsch. Die eine oder andere Textstelle mag vielleicht nicht ganz so rund und lyrisch schön wie bei anderen deutschen Künstlern klingen, die ihr Leben lang schon Deutsch singen. Und auch nicht jeder Song ist so überzeugend wie z.B. „Straßenköter“. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit „Karacho“ liefern die Donots ein richtig gutes zehntes Album und ein überragendes deutsches Debüt ab. Vor alteingesessenen Bands wie den Hosen oder den Ärzten brauchen sie sich nicht zu verstecken.

Anspieltipps:

  • Straßenköter
  • Ich mach nicht mehr mit
  • Du darfst niemals glücklich sein
  • Junger Mann zum Mitleiden gesucht
  • Das Ende der Welt ist längst vorbei

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