Nneka - My Fairy Tales - Cover
Große Ansicht

Nneka My Fairy Tales


  • Label: Neverland Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nneka holt mit ihrer ansteckenden Afrobeat- und Reggae-Mixtur den Sommer ins Land.

Die nigerianische Sängerin Nneka Egbuna, die mit 19 Jahren nach Deutschland kam und in Hamburg ein Studium der Anthropologie abschloss, hat mit ihrem vierten Album ein prickelndes Gebräu aus gut gelauntem Afro-Beat und beschwingtem Reggae abgeliefert. Die Songs sind überwiegend erhebend, locker-flockig, unbeschwert und lebensfroh, dabei aber keinesfalls leichtgewichtig. Es klappert, pluggert und klopft an allen Ecken und Kanten. Dieser Polyrhythmus mischt die Tracks auf und ist wohltuend belebend. „Believe System“ setzt in diesem Hinblick Maßstäbe und erinnert mit seinem Latin-Funk-Groove an die großen Hits von War, wie „Slippin` Into Darkness“ (1972) oder „The Cisco Kid“ (1973).

Nneka hält die Balance zwischen Eingängigkeit und ansprechender Unterhalt, die nicht auf die Wirkung von trendigen Zutaten abzielt. Bei „In Me“ wurden zwar Elemente aus Electro-House eingearbeitet, diese sind aber so organisch mit Dub-Sequenzen verschraubt worden, dass der Track nicht aus dem Rahmen fällt. Nneka verbindet Herz und Hirn. Neben der von ihr gegründeten Wohltätigkeitsorganisation Rope Foundation, die sich unter anderem den Schicksalen von Kindersoldaten und missbrauchten Frauen annimmt, ist sie auch Kunst-Botschafterin des African Women Development Funds in Ghana. In ihren Texten spiegeln sich sowohl die Probleme von Afrikanern in ihren Heimatländern und im Ausland wider, wie auch eine tiefe Religiosität und Menschenliebe. Die Stimmfarbe der 34-jährigen Frau hat im Normalbetrieb Ähnlichkeit mit Neneh Cherry. Singt sie zupackend und laut, klingt sie beinahe wie der junge Michael Jackson.

Gradlinigen Afro-Funk bietet „Babylon“, während „Local Champion“ auf psychedelische Dub-Effekte als Duftmarke setzt und „Book Of Job“ HipHop, Pop und Reggae verbindet. „Surprise“ ist munterer Afro-Pop und der Reggae „Pray For You“ wartet als Gimmick mit einem Santana-Fake-Gitarrensolo auf. Die erste Single-Auskopplung „My Love, My Love” hat sogar das Zeug zum gutgelaunten, unbeschwerten Sommerhit und wurde zusätzlich noch als flippige Dub-Version untergebracht.

Da sind viel Leben, Schwung und positive Energie in den Liedern von Nneka. Jetzt wird es (hoffentlich) bald Frühling. Mit „My Fairy Tales“ im Ohr kann man sogar schon vom Sommer träumen.

Anspieltipps:

  • Babylon
  • Believe System
  • My Love, My Love
  • Pray For You

Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Nneka“
comments powered by Disqus