Modest Mouse - Strangers To Ourselves - Cover
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Modest Mouse Strangers To Ourselves


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein fast schon hysterischer Indie-Rock-Brocken, der allerdings nicht an die Klasse der vorherigen Modest-Mouse-Werke heranreicht.

Modest Mouse waren noch nie das, was man unter einer „normalen” Rockband versteht. Normal ist für die im Jahr 1993 in Issaquah, Washington, gegründete Band zum Beispiel, dass das letzte Studioalbum „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ (03/2007) schon acht Jahre zurückliegt und dann quasi aus dem Nichts ein neues Werk erscheint. Ihren kommerziellen Durchbruch erlebten Modest Mouse vor über zehn Jahren, als ihnen mit „Float on“ eine Hitsingle gelang und sich das dazugehörige Album „Good News For People Who Love Bad News“ (04/2004) weltweit mehr als zwei Millionen Mal verkaufte.

Die 15 neuen Songs auf „Strangers To Ourselves“ nahm die Band im Studio von Band-Gründer, Sänger und Gitarrist Isaac Brock in Portland, Oregon, auf. Diese produzierte das Album auch gleich selbst und holte sich jede Menge Gastmusiker dazu, darunter u.a. James Mercer (The Shins, Broken Bells), Dann Gallucci (Cold War Kids), Jim Fairchild (Grandaddy) und Russell Higbee (Man Man). Scheinbar waren diese Sessions so fruchtbar, dass „Strangers To Ourselves“ schon in absehbarer Zeit einen Nachfolger erhält, denn im Kleingedruckten wird das vorliegende Album als „The Golden Casket Vol. 1“ ins Rennen geschickt. Da Masse aber nicht mit Klasse gleichzusetzen ist, sollte der Fan zumindest ein wenig alarmiert sein. Erst kommt eine Ewigkeit gar nichts, und dann muss der aufgestaute Stoff gleich schubkarrenweise raus.

So sind 15 Songs bei fast einer Stunde Spielzeit für „Strangers To Ourselves“ bereits eine ganz schöne Hausnummer, die erst einmal mit hochkarätigen Songs gefüllt sein möchte. Auch Modest Mouse haben damit zu kämpfen. Sie präsentieren auf ihrer neuen Platte zwar ein kreatives Feuerwerk, das sich quer durch ihre Geschichte fräst, können dabei aber nicht nur Highlights in die Waagschale werfen. Doch bis zu dieser Erkenntnis muss sich der Hörer durch ein Dickicht aus Riffs, Grooves, Melodien und abgefahrenen Gesängen durcharbeiten. Dabei ist Mastermind Isaac Brock durchaus klar, dass sich allein schon mit coolen Songtiteln wie „Shit in your cut“ und „God is an indian and you're an asshole“ mächtig Meter machen lassen.

Modest Mouse spielen mit poppiger Eingängigkeit („The best room“), sie lärmen ungeniert drauf los („Sugar boats“), holen sich Inspiration im Reggae- („Lampshades on fire“), HipHop- („Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996)“), Jazz- („The ground walks, with time in a box“) und Funk-Sektor („The ground walks, with time in a box“) und verquirlen das Ganze zu einem fast schon hysterischen Indie-Rock-Brocken, dem die Zugänglichkeit trotzdem nicht abhandengekommen ist. Damit knüpfen Modest Mouse zwar nicht an die Klasse von „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ und „Good News For People Who Love Bad News“ an, liefern aber dennoch eines der abwechslungsreichsten Werke ab, die der Indie-Rockszene bis jetzt in dieser Saison vorgelegt wurden.

Anspieltipps:

  • Be brave
  • Of course we know
  • Strangerst o ourselves
  • The ground walks, with time in a box
  • Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996)
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