Gov´t Mule - Sco-Mule - Cover
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Gov´t Mule Sco-Mule


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 154 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Improvisationen für die Unerschrockenen: Gov`t Mule setzen bei dieser Live-Aufnahme von 1999 auf Jazz-Rock und leben diesen Stil genussvoll mit ellenlangen Stücken aus.

Die Jam-Rock-Institution Gov`t Mule fühlt sich eher auf der Bühne zuhause als im Studio. Hier kann die Band ihren Visionen einer improvisierten Musik, die innerhalb von abgesteckten Vorgaben abläuft, freien Lauf lassen. Stilistisch bewegt sich ihr Konstrukt zwischen Southern- und Blues-Rock mit Ausflügen in den Jazz. Die Jazz-Nähe wird bei „Sco-Mule“ kräftig ausgebaut, da sich die Band durch den Gitarristen John Scofield, der seine Künste u.a. in die Dienste von Miles Davis, Herbie Hancock und Chet Baker gestellt hatte, verstärkt hat. Und wie nicht anders zu erwarten war, gibt es ein Feuerwerk an Gitarren-Exkursionen zu bestaunen. Wer also auf vertrackte Rhythmen, endlose Improvisationen und virtuose Gitarrenläufe steht, bekommt hier eine Vollbedienung über zweieinhalb Stunden geliefert.

Die Formation tobt sich dabei in Stücken aus, die zwischen neun und dreiundzwanzig Minuten dauern und es wird dabei gänzlich auf Gesang verzichtet. Das geht zu Lasten der Abwechslung und so kann man das Mammut-Werk nur als beinharter Jam-Rock-Fan in einem Stück durchstehen, ohne dass Konzentrations- und Abnutzungserscheinungen auftreten. Handwerklich ist die Musik natürlich erste Sahne, aber eben auch anstrengend nachzuvollziehen. Besonders dann, wenn sich die Soli in akademischem Gedudel verlieren („Hottentot“) oder es sogar atonal wird („Doing It To Death“).

Die Verbindung mit John Scofield, der auch schon mit Medeski, Martin & Wood und dem Grateful Dead-Mitglied Phil Lesh musiziert hat, entstand im September 1999, als die Musiker für zwei Konzerte in Georgia zusammen kamen. Neben Stücken der beteiligten Personen gab es auch Cover-Versionen von James Brown („Pass The Peas“, „Doing It To Death“) sowie Tracks, die John Coltrane („Afro Blue“) und Wayne Shorter („Tom Thumb“) bekannt gemacht haben, in neuem Gewand zu bewundern. Die Auftritte wurden in der Besetzung Warren Haynes / John Scofield (Gitarre), Allen Woody (Bass), Matt Abts (Schlagzeug) und Dr. Dan Matrazzo (Keyboards) eingespielt. Auf der Bonus-CD fungieren außerdem noch Jimmy Herring (Widespread Panic) und Mike Barnes (The Caribbean Cowboys Band) jeweils für einen Track als Gastgitarristen.

Die Musik von Gov`t Mule ist immer dann besonders anregend, wenn die Blues-Basis so mit anderen Zutaten austariert ist, dass der Hörer nicht mit ausufernden Solo-Ausflügen überfordert wird. Auf diese Flexibilität wird bei diesem Treffen verzichtet. Schön für die Jazz-Rock-Bewunderer unter den Fans, schwierig für den Blues-Anhänger.

Anspieltipps:

  • Hottentot
  • Tom Thumb
  • Birth Of The Mule

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