Curtis Harding - Soul Power - Cover
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Curtis Harding Soul Power


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Soul, Funk und Rock mit 70er-Wurzeln. Inspiriert, zeitgemäß und mitreißend!

Mit dem Vornamen Curtis musste das ja was werden. Auch der Nachname Harding hat es in sich. Auch der dunkelhäutige Gitarrist und Sänger Curtis Harding hat es in sich, er hat „Soul Power“, so der Titel seines Debütalbums. Und woher kommt die Kraft des Soul? Vom Gospel. Demzufolge nicht verwunderlich, dass Harding zunächst mit seiner Gospel singenden Mutter unterwegs war. Danach war er Background-Sänger bei Cee-Lo Green und schließlich Mitglied bei der Garage-Soul-Band Night Sun. In den USA ist „Soul Power“ bereits erschienen und sofort wurde ein gewisser Jack White auf ihn aufmerksam, der ihn umgehend als Tour-Support verpflichtete.

Hardings Debüt ist keine Retro-Soulplatte im Sinne von Lee Fields, Charles Bradley oder Sharon Jones, vielmehr werden hier Mittsiebziger-Soul, Funk, Soul-Rock und Proto-Disco („Heaven’s On The Other Side“) in die Waagschalen gelegt. Die Gewichtung jener Stile variiert dabei von Song zu Song, so dass eine abwechslungsreiche und vielfältige Langspielplatte herausgekommen ist.

Hardings Stimme ist wandlungsfähig, sie kann den rauen Soul-Rock-Shouter ebenso wie das feinfühlige Falsett („Freedom“) zum Besten geben. Seiner Stratocaster E-Gitarre entlockt er funkige, rockige oder emotionale Töne, die von seinen Begleitmusikern entsprechend weitergeführt werden. Dabei spielen die Bläser eine Kraft treibende und Wärme spendende Rolle. Selbst Bass und Schlagzeug sind hier mehr als bloße Rhythmusklopfer, sie sind voll ins Geschehen miteinbezogen. Desgleichen die Keyboards, die melodische oder groovende Akzente setzen.

Die Songs sind durchaus melodiös, brauchen ein wenig Zeit um sich festzusetzen, sind aber nach etwa dem dritten Durchlauf geradezu infizierend und mitreißend. Songs wie „Next Time“, „Keep On Shining“ „Freedom“ und „I Need A Friend“ haben das Zeug, Klassiker zu werden. Hier dürfen große Namen wie Curtis Mayfield, The Spinners oder Smokey Robinson erwähnt werden, ohne dass Harding direkt nach diesen klingt. Vielmehr transportiert er deren Spirit in unsere Gegenwart.

Harding versteht es zudem, seiner „Soul Power“ den Rock’n’Roll beizubringen, „Surf“, „I Don’t Wanna Go Home“ und „Drive My Car“ sind hierfür Beispiele. Raue Nummern, die zwar an eine verwegene Mixtur aus Alabama Shakes, Nick Waterhouse und The Great Crusades denken lassen, letztlich aber ganz eigen, eben nach Curtis Harding klingen. Der hat das Ganze auch noch höchst professionell und modern produziert, was für ein Talent! In diesem Curtis Harding steckt noch einiges, er könnte auch in die Richtung eines Gil Scott-Heron, Donny Hathaway oder Willis Earl Beal gehen. Im Hier und Heute sind wir voll bedient mit diesem ausgezeichneten „Soul Power“ Album!!

Anspieltipps:

  • Next Time
  • Keep On Shining
  • Freedom
  • Beautiful People
  • Drive My Car
  • I Need A Friend

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