2Cellos - Celloverse - Cover
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2Cellos Celloverse


  • Label: Masterworks/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch der dritte Streich von 2Cellos bietet handwerklich unantastbare, solide unterhaltende Kunst zwischen Klassik und Pop.

Hinter dem Duo 2Cellos verbirgt sich ein weiteres YouTube-Phänomen, vergleichbar in etwa mit Lindsey Stirling oder auch den Piano Guys. Alle drei Acts locken über ihre kostenlosen Performances auf YouTube ein Millionenpublikum in schier unglaublichen Dimensionen an. Die CDs der YouTube-Acts verkaufen sich dagegen eher moderat. Denn warum soll der geneigte Hörer für etwas zahlen, wenn er es im Internet für lau haben kann?

Das Rezept von 2Cellos alias Luka Suklic (27) und Stjepan Hauser (28) ist denkbar einfach: Die beiden Kroaten nehmen sich weitgehend bekannte Songs aus der Pop-, Rock- und Metal-Welt vor und spielen sie in poppigen Klassik-Gewändern auf dem Cello nach. Auf ihren bisherigen Alben haben 2Cellos u.a. Songs von U2, Nirvana, Coldplay, Rihanna, AC/DC, Sting, Michael Jackson, Kings Of Leon und Elton John gecovert. Jetzt legen sie mit Album Nummer drei nach und nehmen sich darauf Stücken von Iron Maiden, Mumford & Sons, Paul McCartney, Avicii, Muse, AC/DC und Radiohead an. Das Rezept ist und bleibt also auch auf „Celloverse“ gleich.

Im Opener kombinieren 2Cellos Rossinis „Wilhelm Tell“-Ouvertüre mit Iron Maidens „The Trooper“ und geben damit ein beeindruckendes Statement ihres Könnens ab. Sie verquicken die Noten auf virtuose Art und Weise und verheiraten damit Heavy Metal und Klassik, als sei es das Normalste auf der Welt. Dabei konzentrieren sich Suklic und Hauser wieder stärker auf ihre eigenen Instrumente und verzichten im Vergleich zum Vorgänger „In2ition“ (01/2013) auf Bombast und eine exzessive Gästeliste. Auf diese Weise schrubben sie sich zum Beispiel durch manische Versionen von AC/DCs „Thunderstruck“ oder „Mombasa“, das im Original von Soundtrack-Komponist Hans Zimmer stammt, der den Track für den Film „Inception“ komponierte.

Im Gegensatz dazu gleiten 2Cellos in Stings „Shape of my heart“, Radioheads „Street spirit (fade out)“ und wiederum Hans Zimmers „Time“ durch sanfte und beruhigende Klangwelten, während Aviciis „Wake me up“ und Michael Jacksons „They don’t care about us“ auch im Streichergewand tanzbar bleiben. Für „Live and let die“ sicherten sich 2Cellos zudem erneut die Dienste von Pianist Lang Lang, der auch auf „In2ition“ zu hören ist. Damit bietet „Celloverse“, wie schon seine beiden Vorgänger, handwerklich unantastbare, solide unterhaltende Kunst zwischen Klassik und Pop, die durchaus Crossover-Potenzial besitzt.

Anspieltipps:

  • Thunderstruck
  • Wake me up
  • Street spirit (fade out)
  • The trooper (overture)

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