Lyambiko - Muse - Cover
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Lyambiko Muse


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neunte Album der Sängerin bietet altbewährten Vocal-Jazz der entspannten Sorte.

Sandy Müller alias Lyambiko (37) ist seit ihrem 17. Lebensjahr als Musikerin aktiv und mit Beginn der Nullerjahre zu einem Fixpunkt der deutschen Vocal-Jazzszene herangereift. Inzwischen hat die gebürtige Thüringerin mit ihrer Band, bestehend aus Marque Lowenthal (Piano), Robin Draganic (Bass) und Neuzugang Heinrich Köbberling (Drums), acht Alben aufgenommen, denen nun mit „Muse“ der nächste Streich folgt.

Schon in der Vergangenheit folgten die Werke der Sängerin einem roten Faden und lehnten sich an vorbestimmte Konzepte an. So befasste sich Lyambiko auf „Saffronia” (02/2008) mit dem Schaffen von Nina Simone und auf „Sings Gershwin” (02/2012) mit dem Werk von George Gershwin. Drei Jahre später ist die thematische Vorgabe für „Muse“ so festgelegt worden, dass ausschließlich Songs weiblicher Sängerinnen und Songschreiberinnen gecovert werden. Dazu wurden Stücke von Jutta Hipp, Stevie Nicks, Julia Hülsmann, Erykah Badu, Jill Scott, Abbey Lincoln und Joni Mitchell herangezogen, die allesamt in einen gefälligen Lounge-Jazz-Mantel gesteckt wurden, in dessen Mittelpunkt die Stimme der 37-jährigen Sängerin steht.

Die Bandbreite der Originale ist durchaus weit gespannt. Trotzdem gibt es auf „Muse“ keine Querschläger. Lyambikos Band fängt die Songs gekonnt ein und gibt ihnen mit Piano, Bass und mit dem Besen bearbeitetem Schlagzeug einen sinnlich-leichten Jazz-Flow, der auch Pop-Hörer nicht überfordert. Zudem gibt es mit Stücken wie „On & On“ oder auch „Landslide“ bekanntes Radiofutter, das hier neu interpretiert wurde. Damit öffnet Lyambiko das Tor zwischen Jazz und Pop immer weiter und unterstreicht, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Genres mühelos verwischt werden können. Am Ende braucht vielleicht wirklich niemand mehr Begriffe wie Jazz, Pop, R&B, Soul und Funk.

Handwerklich gibt es an „Muse“ nichts auszusetzen. Wer es jazzig-entspannt mag und sich dem Fluss der Stücke hingibt, bekommt ein angenehm unaufgeregtes Vocal-Jazz-Werk geboten, das einmal mehr zeigt, warum Lyambiko zu den gefragtesten Stimmen der deutschen Jazz-Landschaft zählt. Wer am Jazz dagegen das Rebellische und die Improvisation liebt, wird mit „Muse“ eher nicht glücklich werden.

Anspieltipps:

  • Landslide
  • On & On
  • Exit ahead
  • Can’t we be friends
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