To Kill A King - To Kill A King - Cover
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To Kill A King To Kill A King


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Entspanntheit in jedem Track: Eine Band hat sich gefunden.

Es ist einigermaßen beeindruckend, wie eine Band hierzulande weitestgehend unbemerkt innerhalb von zwei Jahren zum ganz großen Ding werden kann. Zumindest auf der Insel. To Kill A King spielten bereits auf dem Reading-Festival und supporteten Größen wie Frank Turner. Ihr Debütalbum „Cannibals With A Cutlery“ wurde von den Kritikern gefeiert. Umso wichtiger ist es, möglichst zeitnah den Zweitling folgen zu lassen. Dieser Notwendigkeit folgt die Band anno 2015, nicht einmal zwei Jahre nach ihrer ersten LP.

Manchmal macht es Sinn, ein Album nicht nach seinen Texten oder seiner musikalischen Aufbereitung zu bewerten, sondern schlicht und einfach nach der Stimmung, die es vermittelt - und damit zwingend auch der Stimmung, die die Band an sich ausstrahlt. „To Kill A King“ ist offensichtlich das Werk einer Band, die den Durchbruch schon geschafft und somit jetzt alle Freiheiten hat, sich über Genregrenzen hinaus zu bewegen und ihrer zweifelsohne vorhandenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Hätte man die Band vor zwei Jahren noch bedenkenlos dem Folk-Pop zuordnen können, fällt eine derartig eindeutige Klassifizierung im Jahr 2015 deutlich schwerer. Der Autor behilft sich an dieser Stelle mit dem ungefährlichen Begriff „Alternative“.

Die durch Verkaufszahlen gewonnene Freiheit lässt die Band in fast jedem Song ihrer zweiten LP durchklingen. Besonders im Mittelteil reiht sich ein entspannter Track an den nächsten, losgelöst von jedweder Fessel, die Label oder eigene musikalische Wurzeln einst noch vorgaben. Nur ganz selten, mit viel Fantasie, hört man folkige Ansätze durch die von klassischen Gitarren und interessanten Breaks durchzogenen Songs von „To Kill A King“.

Es sind eben diese ruhigen Songs, die das Herzstück des Albums bilden und es über den durchschnittlichen Genrekollegen herausragen lassen. „The Chancer“ plätschert intensiv vor sich hin, angereichert mit melancholischem „… and the beat goes on my friend…“-Gewimmer. Herrlich. „School Yard Rumours“ schlägt effektvoll in dieselbe Kerbe und verleiht dem Album eine nachdenkliche aber doch grundzufriedene Stimmung.

Zwei Schach spielende Herren, den Kopf in die Hände gestützt. Vielleicht hätte sich die Band kein besseres Covermotiv als dieses ausdenken können, um ihre Musik zu beschreiben. Sich Gedanken machen, wie es stilistisch weitergeht? Klar! Sich von irgendwelchen Zwängen beeinflussen oder gar beherrschen lassen? Niemals! „To Kill A King“ ist das Zweitwerk einer Band, die mit sich im Reinen ist und optimistisch und entspannt in die eigene Zukunft blickt. Und das ist in jeder Note zu hören.

Anspieltipps:

  • Oh My Love
  • The Chancer
  • School Yard Rumours

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