Hotel Bossa Nova - Desordem & Progresso - Cover
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Hotel Bossa Nova Desordem & Progresso


  • Label: Yellowbird/SOULFOOD
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbstgefälliges Easy Listening mit Jazz-Anleihen aus Wiesbaden.

Bei dieser Band ist der Name Programm! Das vor neun Jahren in Wiesbaden gegründete Quartett Hotel Bossa Nova, bestehend aus Liza da Costa (Gesang), Tilmann Höhn (Gitarre), Alexander Sonntag (Kontrabass) und Wolfgang Stamm (Drums, Percussion), hat sich ganz der berühmten musikalischen Spielart Lateinamerikas verschrieben und präsentiert mit „Desordem & Progresso“ (Turbulenz und Fortschritt) bereits das fünfte Album. Mit ihrer Interpretation dieses Musikstils hat sich die Gruppe einen guten Namen im Bereich des Easy Listening und Jazz-Pop gemacht, den sie mit „Desordem & Progresso“ sogar noch festigen kann.

War der vorherige Longplayer „Na Meia Luz“ (02/2013) noch sehr balladesk und ruhig, ist „Desordem & Progresso“ stilistisch wieder ein wenig offener ausgefallen, auch wenn Balladen wie „Nao Dou (I don’t belong here)“ und „Despedidas (How to say goodbye“) sowie besinnliche Instrumentals wie „Momento“ weiterhin allgegenwärtig sind und das Klangbild bestimmen. Keine Frage: Trotz der Komplexität, die einige Tracks wie z.B. „Adeus C.H.“ oder auch „Estrada Amarella (Yellow road)“ auszeichnet, befinden wir uns auf dem Album knietief im Easy Listening und weniger in Jazz-Gefilden.

Es muss zu hoffen sein, dass die Kompositionen auf „Desordem & Progresso“ live besser funktionieren, als auf Platte. Denn hier geben die 13 Stücke eine relativ müde Vorstellung ab, in die sich nur schwer eine sommerliche Brise hineininterpretieren lässt, die Leichtigkeit und Leidenschaft miteinander verbindet, so wie es der Pressetext vorgibt. Vielmehr plätschert das akustische Latin-Jazz-Gewimmel auf Dauer selbstgefällig vor sich hin und liefert kaum Ansatzpunkte für mitreißende Virtuosität oder Rhythmik. Dafür sind die meisten der 13 Songs nämlich viel zu harmlos und gleichförmig und bei einer Spielzeit von annähernd einer Stunde irgendwann einfach nur noch nervtötend.

Anspieltipps:

  • Nadia
  • Momento
  • Adeus C.H.
  • Largo De Camoes
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