The Prodigy - The Day Is My Enemy - Cover
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The Prodigy The Day Is My Enemy


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Reineke Fuchs in Lauerstellung, aber nicht besonders bissig.

Die Phase in ihrer Karriere, als The Prodigy der heißeste Scheiß auf dem Planeten waren, hat die Band schon seit geraumer Zeit hinter sich. Und auch wenn zwischen den Veröffentlichungen neuer Studioalben immer eine halbe Ewigkeit liegt, sind Keith Flint (46), Liam Howlett (44) und Maxim Reality (48) weiterhin aktiv und legen sechs Jahre nach „Invaders Must Die“ (02/2009) ihr neues Studioalbum „The Day Is My Enemy“ vor. Es ist seit der Bandgründung im Jahr 1990 das erst sechste Studiowerk der Briten. Doch trotz der langen Pausen zwischen den einzelnen Veröffentlichungen, haben The Prodigy in den europäischen Charts immer gut abgeschnitten und von ihren bisherigen Longplayern mehr als 16 Millionen Einheiten abgesetzt.

Dadurch hat sich das Trio eine Relevanz erhalten, die selten geworden ist. Und wenn dann wie mit „The Day Is My Enemy“ ein neues Studiowerk angekündigt wird, gehen die „Voodoo People“ wieder mit der Erwartung in Stellung, einen neuen „Firestarter“ zu erhalten. Wie schön, wenn in der langweilig gewordenen Musikbranche endlich mal etwas los ist, auch wenn The Prodigy vermutlich nicht an ihre Großtaten aus den späten 90er Jahren anknüpfen können. Doch hören wir selbst.

Mit dem Titeltrack als Opener holen The Prodigy sogleich eine dumpfe Elektro-Rock-Keule aus dem Rucksack, die das Party-Volk mit bollernden Bässen und wahnwitzigen Vocals einnordet. Dabei wird dem Hörer bei entsprechender Lautstärke amtlich der Scheitel gezogen, doch schon beim Übergang zum zweiten Stück „Nasty“ fällt auf, dass The Prodigy zum einen nicht die abwechslungsreichsten Komponisten sind und zum anderen sehr gerne in erfolgreichen Selbstzitaten baden. Irgendwie hat man das alles schon einmal gehört – und zwar besser!

So ist es ein echtes Suchspiel, zwischen all der albernden Effekthascherei („Rebel radio“), dem Auto-Scooter-Gezuppel („Rok-Weiler“) und dem besoffenen Gepöbel („Ibiza“), ein paar Variationen im Prodigy-Sound zu finden. „Wild frontier“ bietet zum Beispiel etwas Abwechslung, wenn sich zwischen die dicken Beats mal ein paar sinnvolle Breaks und atmosphärische Synthies legen. Das instrumentale „Beyond the deathray“ mäandert dagegen schon wieder in beliebigen Soundscapes, während „Rhythm bomb“ genauso platt und debil wie sein Titel daherkommt.

Mit diesem Mix können The Prodigy zwar immer noch das Volk auf den Dancefloor zerren, allerdings auch nicht mehr. Ihre Gefährlichkeit hat diese Band schon vor Jahren eingebüßt. Nun ist die auf „The Day Is My Enemy“ nur noch selten aufblitzende Kreativität hinzugekommen, sprich: abgetaucht. Damit können The Prodigy in den wenigen guten Momenten des Albums lediglich ein Wildern in alten Ideen aus der eigenen Vergangenheit vorweisen, was natürlich zu wenig ist, um zu überzeugen.

Anspieltipps:

  • Destroy
  • Roadblox
  • Wild frontier
  • The day is my enemy
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