Silje Nergaard - Chain Of Days - Cover
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Silje Nergaard Chain Of Days


  • Label: Okeh/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Norwegerin lullt ihre Hörer erneut mit als Jazz verkleidetem Easy Listening ein.

Die norwegische Sängerin, Songschreiberin und Eurovision-Song-Contest-Vorentscheid-Teilnehmerin Silje Nergaard veröffentlicht seit Anfang der 90er Jahre ihre Musik, die im Spannungsfeld zwischen Jazz, Folk und Pop angesiedelt ist. Mit „Chain Of Days“ legt sie nun ihren inzwischen 15. Longplayer vor, der auf dem US-Label Okeh Records erscheint, das zurzeit eine der angesagtesten Adressen für Jazz-Pop ist und damit grundsätzlich auch für Silje Nergaard einen passenden Vertragspartner darstellen sollte. Denn im Laufe der Jahre hat sich die 48-Jährige Stück für Stück von ihren ursprünglichen, puren Jazz-Wurzeln verabschiedet und das Tor in Richtung Folk und Pop im Easy-Listening-Stil immer weiter geöffnet.

So dürfte sich für Puristen bereits der Vorgänger „Unclouded“ (03/2012) etwas zu seicht angehört haben. Doch „Chain Of Days“ macht nicht unbedingt eine bessere Figur. Silje Nergaard gestaltete ihr neues Album im Stile eines langsam und ruhig dahinfließenden Songzyklus, der zwar live im Studio eingespielt wurde, deshalb aber keinen Deut mehr Esprit aufweist. Völlig tiefenentspannt singt die Norwegerin die Texte des schottischen Poeten Mike McGurk, mit dem sie schon seit 17 Jahren zusammenarbeitet, zu ihren betont sanften Melodien und Arrangements und liefert damit ein fast schon einlullendes Ergebnis ab.

Der Auftakt mit dem im Country und Blues wildernden „Buckle her shoe“ gestaltet sich zwar noch einigermaßen schwungvoll, doch wer kann vorausahnen, dass damit bereits der Höhepunkt der guten Laune erreicht ist? So ist das folgende, im Duett mit Kurt Elling gesungene „The dance floor“ bereits auf dem Weg zum Trauermarsch, der die kommende Stimmungslage nur noch zwischen bedrückt und bedächtig justiert. Dass dabei nicht über die Qualität der beteiligten Musiker und die Gesangstechnik diskutiert werden muss, versteht sich von selbst. Doch mit einem Bündel einschläfernder Songs, die atmosphärisch sein möchten, aber streckenweise einfach nur belanglos wirken, kann dieses Album nicht funktionieren.

Anspieltipps:

  • Café de flore
  • The dance floor
  • Come walk around
  • Hunting high and low
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