Idlewild - Everything Ever Written - Cover
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Idlewild Everything Ever Written


  • Label: Empty Words/ALIVE
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Idlewild sind zurück. Ihre Neuausrichtung überzeugt vor allem in den temporeduzierten Songs.

Das neue Album von Idlewild ist für die schottische Band quasi ein Neuanfang. Ganze sechs Jahre liegt der Vorgänger „Post Electric Blues“ zurück und es war an der Zeit, sich zurückzumelden. In den Neunzigern begannen die Briten, ohne ihre Instrumente zu beherrschen, doch nach und nach wurden sie Profis, spielten sich nach oben und schafften mit „100 Broken Windows“ im Jahr 2000 den Durchbruch. Es folgten erfolgreiche Touren und Platzierungen in den Album- und Single-Charts.

Auf „Everything Ever Written“ erweitern die Schotten ihren Alternative-Rock um Folk und Americana. In ihrer Heimat spielten sie vor ausverkauften Häusern eine Akustiktour, bei der sie alte und neue Songs sowie neubearbeitete Klassiker zum Besten gaben. Eine Tour, die auch bei den Studioaufnahmen des neuen Albums Spuren hinterlassen hat. Obwohl es keine Akustikplatte ist, nehmen Folk und Americana mehr Raum ein, als es bei Idlewild jemals der Fall war. Selbst BritPop spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Beinahe allen Songs sind die Richtung R.E.M. weisenden Harmoniestimmen gemein und auch musikalisch gehen Idlewild hin und wieder als britische R.E.M. durch. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die neuen Mitglieder Andrew Mitchell (Bass, Gitarre, Gesang) und Luciano Rossi (Piano, Orgel, Gesang), wobei Letzterer mit seinem Tastenspiel in einigen Songs dem Bandsound neue und passende Klangfarben hinzufügte.

Wie es auf der Akustiktour geklungen hat, vermittelt einem „Like A Clown“, das A-Gitarre und die Lead-Stimme von Roddy Woomble ins Zentrum rückt. Ein leicht nasales Timbre zeichnet Woomble aus und wird - wie bereits erwähnt - wiederholt mit Gesangsharmonien angereichert. Tatsächlich klingen die neuen Idlewild in den im ruhigen und mittleren Tempo gespielten Titeln am besten. Die schnelleren und lauteren Stücke sind zwischen Alternative-Rock und Power-Pop zu verorten, erreichen jedoch nicht ganz das Niveau der gemäßigteren.

Idlewild sind zwar keine komplett neue Band, können jedoch mit neuen Stilmitteln und Herangehensweisen überzeugen. Sie klingen amerikanischer und harmonischer und scheuen auch den Einsatz von Bläsern („All Things Different“) nicht. Ein gelungener und guter Neuanfang.

Anspieltipps:

  • So Many Things To Decide
  • Every Little Means Trust
  • Like A Clown
  • All Things Different

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