Europe - War Of Kings - Cover
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Europe War Of Kings


  • Label: UDR/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Europes Verneigung vor Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath.

„War Of Kings” ist das zehnte Europe-Studioalbum seit der Bandgründung im Jahr 1979, damals noch unter dem Namen Force. Das ist rein quantitativ nicht die Welt, doch in Anbetracht einer gut zwölfjährigen Auszeit, mit der die schwedische Band ganz nebenbei die Grunge-, Alternative- und Indie-Rock-Hypes ausgebremst sowie Revivals wie das des Punkrock umschifft hat und sich damit nicht irgendwelchen Trends anbiedern musste, geht die Ausbeute durchaus in Ordnung.

Seit ihrer Rückkehr mit „Start From The Dark“ (09/2004) setzen Europe mehr denn je auf 70er Jahre Rock- und Blues-Einflüsse, was rein kommerziell gesehen außerhalb Schwedens zwar nicht mehr so gut funktioniert wie Mitte/Ende der 80er Jahre, die Reputation der Band allerdings wieder reparierte, da sie von vielen – leider auch heute noch – lediglich auf ihren Welthit „The final countdown“ (1986) festgenagelt wird. Mittlerweile dauert das Comeback der Schweden seit vier Studioalben an und mit „War Of Kings“ setzen Joey Tempest (Gesang), John Norum (Gitarre), John Leven (Bass), Mic Michaeli (Keyboards) und Ian Haugland (Drums) nun ein weiteres drauf.

Das von Dave Cobb (California Breed, Beck, Rival Sons, Shooter Jennings) produzierte Werk greift den Hardrock-Sound der 70er Jahre auf und eifert Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath nach. Damit schließen sich Europe einem Trend an, dem auch Bands wie Blues Pills, Rival Sons, Royal Blood, The Black Keys oder die wieder aufgelösten California Breed und Black Country Communion in gewisser Weise nachgehen bzw. nachgegangen sind. Dazu gehören auf „War Of Kings“ tonnenschwere Orgelklänge, düstere Gitarrenriffs und ein akzentuiertes Drumming. Daraus formte das Quintett tiefe Verbeugungen vor oben genannten Bands wie „Praise you“, „Nothin‘ to ya“, „Children of the mind“ oder auch „Angels (with broken hearts)“, die speziell bei der Generation Ü50 für wohlwollendes Kopfnicken sorgen dürften.

Wer also keine dreiminütigen Pop-Rocker fürs Radio erwartet und mit Klischeetexten der Marke „Days of rock’n’roll“, „Rainbow bridge“ und „Angels (with broken hearts)“ keine Probleme hat, bekommt mit „War Of Kings“ ein gut abgehangenes Bluesrock-Werk präsentiert, auf dem Europe ein ums andere Mal ihr Händchen für coole Riffs („Children of the mind“ klingt tatsächlich als sei es von Dio!), Atmosphäre und starke Melodien beweisen. Fazit: Gelungen!

Anspieltipps:

  • Praise you
  • Nothin‘ to ya
  • Days of rock’n‘roll
  • Children of the mind
  • Angels (with broken hearts)
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