Mark Knopfler - Tracker - Cover
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Mark Knopfler Tracker


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein über weite Strecken einschläferndes Album. Oder darf man das über eine Knopfler-Platte nicht sagen?

Mit „Tracker” meldet sich Mark Knopfler (65) 2½ Jahre nach „Privateering“ (08/2012) mit einer neuen Platte zurück und setzt darauf seine Mission und seine musikalische Tradition fort. Es ist sein mittlerweile achtes Soloalbum, mit dem er nach eigener Aussage mehr oder weniger direkt an den Vorgänger anknüpfen möchte, der sich mit entspannten Folk-Pop-Melodien auf gleich zwei CDs mit 20 Songs ausbreitete. So viele sind es diesmal nicht geworden, doch die Deluxe Edition mit immerhin 15 Tracks kratzt ebenfalls stark an der Maximalkapazität eines Silberlings.

„Tracker“ zeigt Mark Knopfler mehr denn je als altersweisen Geschichtenerzähler, der sich vor keinen Karren mehr spannen lassen muss. Nur so kann er es sich erlauben, mit Titeln wie dem sanften Irish-Folk-Song „Laughs and jokes and drinks and smokes“ oder der Ballade „Basil“ ein Album zu eröffnen. Deshalb heißt es von Anfang an die Ohren aufzusperren, um den markanten Gitarrenlicks des Meisters, dem akzentuierten Spiel seiner Begleitmusiker und dem Gesang von Duett-Partnerin Ruth Moody in gleich fünf Stücken zu lauschen.

Mark Knopflers Ruhe und musikalische Besonnenheit ist sicher außergewöhnlich. Dennoch kommt schon ab dem dritten Song der Eindruck auf, dass es der Schotte mit seinen relaxten Songs heuer etwas übertreibt und dabei in belangloses Gedudel abdriftet („River towns“, „Skydiver“, „Silver eagle“). Dadurch fällt es schwer, echte Highlights auf „Tracker“ auszumachen, die zweifelsfrei vorhanden, aber leider sehr gut versteckt sind. Zu den besten Stücken zählen dabei „Beryl“, „Mighty man“ und „Long cool girl“, die sich allerdings etwas zu auffällig an gebrauchten Versatzstücken der Dire Straits bedienen. Ebenfalls bemerkenswert ist das hypnotische „Broken bones“, doch dann wird die Luft sehr schnell dünner.

Für Knopfler-Verhältnisse ist dies eine echte, wenngleich unschöne Überraschung. Doch warum sollte beschönigt werden, was hier in Form von 15 Songs vorliegt? Nämlich die tongewordene Langeweile und Selbstgefälligkeit, die bei aller Klasse der Musiker für nicht mehr als ein gerade einmal durchschnittliches Album ausreicht.

Anspieltipps:

  • Basil
  • Beryl
  • Broken bones
  • Long cool girl
  • Wherever I go
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