THEESatisfaction - Earthee - Cover
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THEESatisfaction Earthee


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

THEESatisfaction gehen mal wieder runter wie Öl, flutschen dabei jedoch auch ziemlich unauffällig am Hörer vorbei.

Verzeihung. Dürften wir dann jetzt bitte, ja genau, um Ihre Aufmerksamkeit bitten, danke schön. - Ein wenig erscheint es so, als müssten sich THEESatisfaction zu Beginn des Albums ein paar Mal räuspern, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Und wenn das Duo schon neu ansetzen muss, dann werden Worte auch noch mal anders formuliert. Das kurze „Prophetic Perfection“ wirkt wie abgehackt, während sich „No GMO“ inhaltlich und mit ähnlicher Kürze schnell erneut als eine Begrüßung versucht. Damit sind gleich zwei Schablonen von Tracks auf den Hörer losgelassen, bevor sich Nicht-Kenner der Band überhaupt ein echtes Bild von ihr machen können.

Schnell genug wird dann aber klar, dass der sehr einfach klingende Sound Programm ist und auf kurz gesponnenen Samples das leicht nachvollziehbare Gerüst der Band aufgebaut wird. Was zu Beginn nachvollziehbar und in gewisser Weise auch charmant oldschoolig daher kommt, muss jedoch ganz schnell über den Text brillieren. Spätestens nach dem überladen produzierten „Fetch/Catch“ und dem drögen „Nature's Candy“ lässt die Begeisterung am rein musikalischen Element des Albums nach. Nur selten erlauben sich die Damen beim Ausdruck richtige Variationen und so klingen die vorgetragenen Zeilen immer gleich, ob es jetzt um die Natur, soziale Probleme oder die Liebe geht. Alles klingt in ähnlicher Weise abgeklärt und lässt somit auf die Dauer leider kälter als wohl gewollt.

Und selbst die Gäste (namentlich Shabazz Palaces, Meshell Ndegeocello, Porter Ray und Taylor Brown) passen sich dem asketischen Stil der Band schnell an. Was wohl hypnotisch wirken soll, klingt oftmals desinteressiert. Nur selten befinden sich minimalistischer Stil und routiniert vorgetragene Texte wie im Titeltrack auf einer Ebene, die dann tatsächlich einen Flow erzeugt, der zumindest etwas mit dem Wort unwiderstehlich zu tun hat. Häufig jedoch sind es plätschernde Wiederholungen wie in „Post Black, Anyway“ und gewollt interessant klingende, aber in Wirklichkeit nur mäßig innovative Beats wie in „Universal Black“, die zwar weiterhin gefällig sind, den Stücken jedoch oft noch während ihrer Spielzeit den Reiz rauben.

Für eine EP wären auf „EarthEE“ sicherlich genug Ideen. Zwischen den tatsächlich interessanten Momenten des Albums regieren aber die schwachbrüstigen Momente, die statt Eingängigkeit aktive Langeweile erzeugen. Mit guten Stücken als Mangelware muss ganz deutlich gesagt werden, dass auf „EarthEE“ mehr Abschussrampe als roter Teppich vorzufinden ist. Es plätschert ohne erkennbare Coolness aus den Boxen und auch die Intensität anderer TripHop-Vertreter wird nicht erreicht. Irgendwann klingen die kurzen Samples und verwaschenen Lyrics so, wie es die farbliche Vorstellung von grau in grau vermuten lässt.

Anspieltipps:

  • EarthEE
  • Blandland
  • Universal Perspective

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