Beth Hart - Better Than Home - Cover
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Beth Hart Better Than Home


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem Casting-Küken ist ein Blues-Star geworden, der Genrefans das Herz aufgehen lässt. Allerdings niemandem sonst.

Da kommt man nun wirklich nicht drauf: Wenn man ganz streng ist und sich einfach mal die harten Fakten vor Augen führt, ist Beth Hart nichts anderes als einer dieser unsäglichen Emporkömmlinge der gerade in diesen Tagen äußerst populären Castingshows. Schon 1993 trat sie mit damals schüchternen 21 Jahren bei Star Search in den USA auf, im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihre erste, leidlich erfolgreiche, Platte. In den folgenden zwanzig Jahren wurde aus der zunächst belächelten jungen Sängerin eine durchweg ernstzunehmende Soul- und Bluesmusikerin, die vor allem jenseits des Atlantiks bei der entsprechenden Zielgruppe hervorragend ankommt. „Better Than Home“ ist der neueste Output der inzwischen 42-Jährigen.

Am Genre, das sich Hart vor so vielen Jahren ausgesucht hat, scheiden sich traditionell die Geister. Fans vergöttern die ruhige und intime Herangehensweise von Songwritern aus dem Blues-Bereich, Fachfremden werden nach wenigen Noten die Lider schwer und große Fragezeichen sind auf den Gesichtern auszumachen. Entsprechend kompliziert gestaltet sich auch die Besprechung einer solchen Platte. Ganz objektiv zunächst: Beth Hart lebt ihre Musik, legt volle Emotionalität und Leidenschaft in ihre Vocals und erzeugt so eine intensive und allzu rührselige Stimmung, die auch „Better Than Home“ zu einer wenig kommerziellen und sehr persönlichen Platte macht.

Ebenfalls objektiv: Das Songwriting Harts folgt einem klar definierten Schema X. Mit Akustikgitarre und Klavier wird dem Hörer über eine Dreiviertelstunde die Schwere und Wehmut quasi aufgezwungen, ruhige und emotionale Vocals tun ihr Übriges. Dabei ist Harts Stimme vor allem dann imposant, wenn sie die ruhigen Gefilde hinter sich lässt und ausbricht wie zum Beispiel im Refrain des Openers.

Und damit hat es sich dann auch mit der objektiven Bewertung, denn Fakt ist: Wer sich im Blues-Genre zuhause fühlt, wird sie lieben, diese warmen und doch melancholischen Momente, die „Better Than Home“ mit Leichtigkeit am Fließband liefert. Wer sich jedoch bisher nicht für diese Art von Musik begeistern konnte, wird das auch nach 45 Minuten mit Beth Harts neuester Platte nicht schaffen.

Anspieltipps:

  • Might As Well Smile
  • Mechanical Heart

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