Death Cab For Cutie - Kintsugi - Cover
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Death Cab For Cutie Kintsugi


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Kintsugi“ ist das letzte Album mit Mastermind Chris Walla. Doch in jedem Ende liegt auch ein neuer Anfang.

Im Sommer des vergangenen Jahres verließ mit Christopher Walla (Gitarre, Keyboards, Produktion) nicht nur eines der Gründungsmitglieder der Band aus dem US-Bundesstaat Washington, sondern auch ein zentraler Baustein des DCFC-Sounds. Vorher arbeitete er bis zum Schluss an den Songs des achten Albums mit, gab aber die Position des Produzenten im Vorfeld schon an Rich Costey (u.a. Interpol, Muse, Franz Ferdinand, Birdy, Mastodon) ab. Damit steht dieses Werk unter ganz besonderen Vorzeichen, was die Band auch mit dem Titel „Kintsugi“ ausdrückt.

Dabei handelt es sich um einen uralten Begriff aus der traditionellen japanischen Kunst, Bruchstellen in Porzellan und Keramik mit Gold, Silber und Platin zu reparieren und damit ganz bewusst hervorzuheben. Übertragen auf Death Cab For Cutie würde dies bedeuten, dass Benjamin Gibbard (Gesang, Gitarre), Nicholas Harmer (Bass) und Jason McGerr (Drums) den Weggang von Chris Walla nicht einfach nur überstehen, bzw. kitten können, sondern dass die Band daraus gestärkt und künstlerisch größer denn je hervorgeht. Das würde sich allerdings erst beim nächsten Longplayer zeigen, denn auf „Kitsugi“ ist Walla – wie gesagt – noch involviert gewesen.

Und so entwickelt sich bereits mit dem Opener „No room in frame“ die urtypische Stimmung eines DCFC-Albums, in der sich Melancholie und träumerische Welten zwischen Indie-Rock, Pop und elektronischen Elementen vor dem Hörer ausbreiten. Das gelingt mal mehr und mal weniger gut, bleibt aber von Anfang bis Ende spannend. So könnte sich ein Song wie „Black sun“ durchaus als amerikanische Variante von Depeche Mode bewerben, während „The ghosts of Beverly Drive“ als zappeliger Wave-Pop auf Gitarrenbasis durchgeht. Ein bisschen 80er Jahre geht eben auch heute noch.

Auch in „Little wanderer“ steckt viel Input aus den Achtzigern, wobei besonders die Gitarren an The Cure erinnern. Doch es sind nicht nur diese Reminiszenzen, die „Kintsugi“ zu einem klassisch-schönen DCFC-Album machen. Auf ihrem letzten Werk mit Chris Walla verbinden die Amerikaner wieder all das, wofür man sie lieben gelernt hat. Sie spielen feinsinnige Balladen („You’ve haunted me all my life“), bieten luftige Indie-Pop-Hymnen dar („Everything’s a ceiling“, „Ingenue“, „The ghost of Beverly Drive), zelebrieren minimalistische Akustikstücke („Hold no guns”) und elektronisch verspielte Groover („Good help (is so hard to find)“. Damit bleiben Death Cab For Cutie ihrem Fahrwasser treu – und das ist auch gut so!

Anspieltipps:

  • Ingenue
  • Binary sea
  • Little wanderer
  • No room in frame
  • Everything’s a ceiling
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