Jill Barber - Fool´s Gold - Cover
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Jill Barber Fool´s Gold


  • Label: Outside Music/CARGO
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nostalgisch, altmodisch und dennoch gut.

Nostalgie wird bei Jill Barber großgeschrieben. Die Kanadierin und Schwester von Singer / Songwriter Matthew Barber gibt sich von vorne bis hinten den 50er-Jahren hin. In Stilen ausgedrückt: Vocal-Jazz, orchestraler Country- und Brill Building-Pop. Und eine Stimme hat sie, zum Dahinschmelzen. Brenda Lee und Patsy Cline sind nicht weit, aber auch aktuellere Sängerinnen wie Ariel Abshire oder Amy LaVere schwingen bei Jill Barber mit. Wem die Vibrati und Tremoli von ihr nicht ans Herz gehen, der hat wahrscheinlich gar keins.

Jill Barber ist in Port Credit, Ontario, geboren und auch dort aufgewachsen. Inzwischen lebt sie im kanadischen Halifax. Bereits 2007 erschien ihr Debütalbum „For All Time“, dem 2008 „Chances“ (bei dem Ron Sexsmith mitwirkte) folgte. Im Jahr 2011 konnte sie mit „Mischievous Moon“ auch hierzulande erste Erfolge feiern. Zwei Jahre später veröffentlichte sie „Chansons“ (2013), das in Frankreich aufgenommen wurde und mit entsprechend frankophilem Material daherkam. Sie interpretierte Titel von Serge Gainsbourg, Charles Aznavour, Edith Piaf und anderen. Selbstverständlich tat sie dies in französischer Sprache, für Kanadier sowieso nichts Ungewöhnliches.

Nun also das fünfte Album, das sie wieder ganz ihrem alten, nostalgischen Stil und Eigenkompositionen gewidmet hat. Beim Songschreiben hat ihr wie so oft ihr langjähriger Partner Les Cooper geholfen. Bei einigen Stücken wirkten Drew Jurecka und Steve Dawson als Co-Komponisten mit. Jurecka und Cooper sind zudem Teil von Jill Barbers Begleitband, die häufig von Bläsern und Streichern Unterstützung erfährt.

Wer ein Faible für den orchestralen Pop der 50er-Jahre hat, der kommt an Jill Barber nicht vorbei. Der Retro- und Nostalgie-Vorwurf verliert an Gewicht, weil die Kanadierin einen mir nichts dir nichts mit ihren Songs regelrecht um den Finger wickelt. Balladen und Midtempo bestimmen das Album, wobei es vor allem die in Streicherarrangements gebetteten Songs sind, die einen förmlich in die Knie zwingen. „The Least That She Deserves“, „Let’s Call It Love“, „To The Last“, „Lucky In Love“ und „Only You“ sind die Sahnehäubchen dieser Platte. Aber auch die runtergestrippten Titel wie z.B. „The Careless One“ sind nicht von schlechten Eltern, denn sie rücken das stimmliche Potential der Kanadierin in ein noch helleres Licht. Bitte im Regal zwischen Brenda Lee und Patsy Cline einordnen!

Anspieltipps:

  • The Least That She Deserves
  • The Careless One
  • To The Last
  • Only You

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