The Minutes - Live Well, Change Often - Cover
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The Minutes Live Well, Change Often


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Viele Ideen, zahlreiche Inspirationen, keine Kompromisse!

Wer als Support von Supergrass oder Flogging Molly spielt, geht eigentlich immer als lachender Gewinner hervor. Als Sprungbrett für eine Musik-Karriere taugen solche Bands sowieso und wenn man dazu auch noch Mark Austin, Tom Cosgrave und Shane Kinsella heißt und mit The Minutes ein extrem heißes Eisen schmiedet, ist eh alles klar. „Marcata“ war im Jahre 2011 bereits ein Achtungserfolg, das auf der heimischen grünen Insel sogar in die Charts wanderte. Ein Nachfolger muss her, aber schnell. Tatsächlich haben sich The Minutes aber fast vier Jahre Zeit für ihren zweiten Longplayer gelassen, musikalisch bleiben sie sich dagegen glücklicherweise treu und setzen direkt am beliebten Vorgänger an.

Und so ist „Live Well, Change Often“ angenehm leichtfüßig und auch ziemlich offenherzig. Die Minutes wissen anscheinend was sie wollen und es ist ihnen egal, was andere darüber denken. Die Iren in eine Schublade zu stecken fällt daher nicht unbedingt leicht. Ihr zweiter Longplayer hat zu viele Ideen, spricht zu viele Dinge an und tingelt munter zwischen den Genres hin und her. Pop-Nümmerchen wie „Cherry Bomb“ oder das direkt folgende „Hey, Hey“ haben nicht nur Airplay-Potential, sondern stehen auch im direkten Kontrast zu den anderen Kompositionen auf „Live Well, Change Often“. Da gibt es zügigen Rüpelrock („7 Seas“), ein wenig Indie („1, 2, 3, 4“) und beim schmissigen „Holy Roman Empire“ hängen The Minutes der Wolfmother passenderweise an den Zitzen. Klar, auch die immer noch alles überrollende Retro-Welle macht hier keinen Halt. „Outlaws“ ist dann testosteronschwangerer Hardrock im Refrain und in den Strophen derartig cool, dass der Kontrast richtig zur Geltung kommt.

Mit dem Schlusslicht „Mystery Of Om“ haben The Minutes ihren Höhepunkt dann an genau der richtigen Stelle platziert und ziehen nochmal alle Register. Diese Bengel können viel und all ihre Einflüsse und Ideen kommen am Ende sinnvoll zusammen. Da steigt die Stimmung und mehr wollen The Minutes wohl auch gar nicht. Auch wenn ihr zweites Studioalbum viele Facetten aufweist, geht es doch sehr straight und kurzweilig zu. Das ist gut, denn die Iren legen mehr Wert auf Energie als auf Experimente und Kompilationsversuche aus Notwendigkeit. Einzig und allein Mark Austins beinahe schon lasziver Gesang kann abschrecken. Während einige Hörer The Minutes gerade dafür lieben werden, ist er ein Grund für die anderen, sich gar nicht erst mit der Musik der drei Musiker zu befassen. Freunde von guter, geerdeter und ehrlicher Rockmusik verpassen dann unter Umständen aber einen Act, der das Potential hat, noch ganz groß zu werden.

Anspieltipps:

  • 7 Seas
  • Outlaws
  • Holy Roman Empire
  • Mystery Of Om

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