A Place To Bury Strangers - Transfixiation - Cover
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A Place To Bury Strangers Transfixiation


  • Label: Dead Oceans/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

In diese Ziellosigkeit lässt sich kaum noch ein System hineinlesen.

Wollen wir klüger klingen, greifen wir auf Fremdworte zurück. Apropos soll eine Reminiszenz über den Avantgarde-Klang des letzten Outputs der Band aufgeworfen werden, welcher bei einem Gros des Auditoriums für Wohlgefallen gesorgt hat. Genau solche Sätze sagen letztlich wenig darüber aus, was „Worship“ 2012 so stark gemacht hat. Das Vorgängeralbum zu „Transfixiation“ hat sich durch seine Dichte und Dynamik im Klang ausgezeichnet. Stille und inbrünstige Noise-Passagen wechselten sich gekonnt und hypnotisch, Verzeihung für ein weiteres Fremdwort, ab. Auf der neuen Scheibe scheint der Band das Zielwasser jedoch abhanden gekommen zu sein und statt vom Sound gefangen, fühlen sich Hörer eher verloren.

Dem Anfang ist dabei noch nichts vorzuwerfen. „Supermaster“ ist eine Noise-Rock-Maschine, die besonders über die prägnante Basslinie positiv auffällt. Aus der Ruhe von Stimme und Bass heraus, darf der Song sich aufmachen, um zu explodieren. Doch er tut es gar nicht, sondern zerfällt am Ende in sich. Damit rechnen Fans wohl kaum und auch der anschließende Punk-Klang in „Straight“ erinnert mehr an Garage-Rock. Es mischen sich schon zu diesem Zeitpunkt überflüssige Störgeräusche ein, die wahrscheinlich an die Wurzeln der Band erinnern sollten. Ohne nervtötend eingestreute Störungen hätte „Straight“ gleich zu Beginn die Hörer wegblasen können.

So kann nicht ganz gewiss sein, was dieser Ansatz von Musik nun ausdrücken soll. Kurze Intermezzi wie „Love High“ klingen wie eine Entschuldigung und „What We Don't See“ gleicht einem verkrampften Versuch, sich nicht als Verkauf anzubiedern. Peinlich ist dieser Plakative Ansatz zwar nicht, doch wirkt er aufgesetzt und in letzter Konsequenz überflüssig. Selten wird der eigentliche Beweggrund der Band wie in „Deeper“ tatsächlich als Teil des Ganzen genutzt. Auch „We've Come So Far“ bedient sich des Krachs in ekstatischer Weise und sorgt dafür, dass das Adrenalin durch den Körper gepumpt wird. Allerdings wird schon während des ersten Hörens klar, dass die Achterbahnfahrten des Vorgängers verloren gegangen sind.

Wirkliche und nötige Ruhepausen gibt es nicht mehr. Entweder sind die Lieder durchgängig zahm („Now It's Over“) oder geben sich geradlinigem Totalschaden hin („I'm So Clean“ und „I Will Die“). „Ja, aber warum eigentlich?“, ist der immer wieder aufkeimende Gedanke, wenn ein weiterer Song handwerklich sauber nirgends hinführt. 40 Minuten ohne feste Grifffläche lassen kaum Erinnerungen an den an und für sich viel verheißenden Auftakt mit „Supermaster“ und „Straight“ zu, weil das Album sich dermaßen überlädt. Letztlich bleiben Hörer trotz dieses Soundorkans in der schlimmstanzunehmenden Verfassung zurück: ziemlich unberührt.

Anspieltipps:

  • Supermaster
  • Deeper
  • Straight

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