Necrowretch - With Serpents Scourge - Cover
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Necrowretch With Serpents Scourge


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Die Franzmänner verflüssigen ihren Death Metal-Anteil und würzen dafür mit schwedischem Schwarzmetall.

Die Vorliebe zu alten Death-, Judas Priest- und Iron Maiden-Platten führte bei Vlad (Gesang, Gitarre) zu einer innigen Beschäftigung mit den extremeren Gangarten des Heavy Metal, was letzten Endes in die Gründung seiner Oldschool-Bande namens Necrowretch mündete. Nach kleineren Achtungserfolgen im Underground mit ein paar Demos und EPs, die mittlerweile als Zusammenstellung unter dem Namen „Bestial Rites“ (10/2013) verfügbar sind, schnappte sich Century Media das französische Dreiergespann (Amphycion am Bass und Ilmar am Schlagzeug komplettieren die Truppe) und sorgte für die Veröffentlichung des ersten Longplayers „Putrid Death Sorcery“ (01/2013), dessen gnadenlose Rückwärtsgewandtheit dem einen oder anderen Death Metal-Fan die Freudentränen ins Gesicht trieb.

Zwei Jahre später drehen Necrowretch den Spieß um und liefern mit „With Serpents Scourge“ nicht geschwärztes Todesblei, sondern deftigen Black Metal, der stellenweise am tödlichen Cocktail aus Death, Obituary und Nihilist genuckelt hat. Als Blaupause für den Schwarzmetall-Anteil dienen dafür legendäre Vertreter wie Marduk oder die frühen Merciless, was auf dem Papier für eine runde und herrlich zünftige Abreibung nach alter Schule klingen sollte. Leider überspannen Vlad und seine Mannen den Bogen ein wenig zu sehr und hüllen das grundsätzlich spannende Gerüst in einen überlangen, aus wiederkehrenden Floskeln bestehenden Geschichtsunterricht, der lediglich kopiert anstatt selbst zu entwerfen. So schüttelt man die Matte zwar gern zu böse agierenden und mit saftigen Blastbeats versetzten Stücken wie „Black death communion“ oder „By evil and beyond“, vermisst jedoch bereits nach ein paar Tracks die nötige Abwechslung bzw. stört sich an der immer gleichen Umsetzung der Songs, die bei optionaler Einleitung stets das Wechselspiel aus schnellen und langsamen Passagen als das höchste Ziel ansehen, bevor ein kurzer Solopart die Szenerie auflockern möchte.

Das funktioniert zwar, wenn kompromisslos agiert und die Schlagzahl ordentlich am Limit gehalten wird („The bells of evil schism“, „Even death may die“) oder das höllische Inferno mehrmals eine kleine Abzweigung für einen knackigen Solopart und hakenschlagende Rhythmusspielchen nimmt („Mortem ritu“), dies ist in den ohnehin bereits recht knapp bemessenen 35 Minuten jedoch nur zu selten der Fall. „We’ve maybe drifted away from our pure death metal essence to make our own kind of unholy extreme metal. It simply has to be extreme, no matter what genre tag you put on it. The listener has to be drawn into something infernal he can't listen to without losing bits of his sanity!” erläutert Mastermind Vlad die geänderten Vorzeichen von „With Serpents Scourge“ und auch wenn man seine guten Absichten dahinter durchaus verstehen kann, an der richtigen Mixtur ihres „unholy extreme metal” müssen Necrowretch definitiv noch arbeiten.

Anspieltipps:

  • Mortem Ritu
  • Even Death May Die
  • The Bells Of Evil Schism

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