The Headlines - Vendetta - Cover
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The Headlines Vendetta


  • Label: Metal-Spiesser-Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Die zarteste Vendetta seit geraumer Zeit“, „Punk, so unverhofft soft“ und weitere Werbesprüche aus der Schoko-Ecke drängen sich bei diesem Album auf.

Gerade wenn der engagierte Deutsche sich Sorgen macht, dass Musiker nichts mehr zu sagen hätten, legen Adam Angst den Finger in die Wunde. Ja, es gibt Probleme. Ja, sie können besungen und beschrien werden. Im Normalfall erwartet der breite Strom nämlich solche „Punk“-Alben wie „Vendetta“ von The Headlines. Das schwedische Quartett braucht nur schlappe 35 Minuten, um uns daran zu erinnern, dass eigentlich alles in Ordnung ist. Statt Punk gibt es eine ordentliche Portion College-Rock, welcher sich allein um Liebe, ein wenig Ziellosigkeit im Leben und Alltagsphrasen beschäftigt. Hauptsache es ist leicht mitzusingen und bleibt im Gehörgang.

Zumindest der letzte Punkt wird einigermaßen eingehalten. Zwar wollen sich die wenigsten Titel auf „Vendetta“ tatsächlich mit dem Langzeitgedächtnis anfreunden, doch solange die Songs laufen, scheint es leicht genug, sich dazu zu bewegen. Zwar stolpert Sänger Jake immer wieder über unsauber geschriebene Texte und Bassistin Kerry Bomb wirkt oftmals einfach zu brav, doch am Ende passt das Mittelmaß im Gesang zu den sehr konventionellen Arrangements der Lieder. Anstatt wenigstens nach dem Druck oder dem Melodiegespür zu klingen, welche auch Sleater Kinneys „No Other Cities To Love“ vor der mittelmäßigen Langeweile gerettet haben, ist „Vendetta“ in keiner Weise packend genug. Für den Hintergrund im Supermarkt der Wahl reicht es wie so oft, doch kein Track lädt zu spontan erwünschten Wiederholungen ein.

Die Repeat-Taste bleibt dementsprechend staubig, wenn die Band sich einredet, dass sie gesellschaftlich relevant ist. Am Ende lassen die Lieder sich immer auf Phrasen reduzieren, die vom Aufgeben abhalten sollen. Selbstzerstörung und extremer Kapitalismus sind schlecht und daher gilt es nein zu sagen. Es geht immer nur um das Ich und wie wichtig es doch ist. Kein Wunder, dass aus dieser Sichtweise ein derart verblendeter Inhalt entstehen kann. Zumindest lässt sich mild dazu feiern. Es herrscht schließlich der Mythos vom notwendigen Füllmaterial, um die wahren Lichtblicke hervorzuheben. Manchmal könnten Hörer auf diese Leerläufe aber auch gut verzichten.

Anspieltipps:

  • The Sky Is Falling
  • High Heels
  • Razorblades

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